Leverkusen: Braun gebrannte Männer mit rasierten Beinen auf der Bühne

Leverkusen: Braun gebrannte Männer mit rasierten Beinen auf der Bühne

Die ausverkaufte Damensitzung der KG Rote Funken war ein Erfolg. Den Vorsitzenden Siggi Kaschulla störte aber, dass Gäste eigenes Essen mitbrachten.

Lothar Höveler wäre nicht Präsident der KG Rote Funken, würde er sich für die Damensitzung nicht immer wieder etwas Neues ausdenken.

Nachdem der Elferrat mit ihm an der Spitze schon getanzt und getrommelt hatte, marschierten die Männer am Donnerstag recht gut aussehend, braun gebrannt, mit rasierten Beinen und abnehmbaren Tattoos in den Forum-Terrassensaal. Bekleidet waren sie mit einem Anzug, den Höveler als "Sommer-Uniform" bezeichnete. Bei den Damen im ausverkauften Haus kam dieser Gag bestens an.

Unter den bunt kostümierten Wievern waren auch fast 30 als Hexen verkleidete Damen der KG "Altstadtblüten" aus Recklinghausen. Weil sie demnächst ihre eigene Sitzung veranstalten, nutzten sie die Gelegenheit, um vorher nochmal entspannt und ausgelassen zu feiern, erklärte Heidi Thoridt. "Wir fühlen uns hier sehr wohl", unterstrich die 60-Jährige. "Bekäme ich mehr Karten, könnte ich die auch verkaufen", versicherte sie.

Apropos Karten: Schon vor Beginn der Sitzung wurden die ersten Kartenwünsche für 2019 abgegeben. Die Besucherinnen wissen, dass sie nur Künstler zu sehen bekommen, die zu den Spitzenkräften des Kölner Karnevals gehören.

Wie zuletzt die Musikgruppen Paveier, Brings und Räuber oder Redner Guido Cantz, der die Frauen mit allerlei Späßen zum Lachen brachte. Eigentlich hätte er das bei seinem Renommee nicht mehr nötig, kommentierte Höveler. Dass er es dennoch tue, beweise, dass er Karnevalist aus Überzeugung sei.

Für das Programm verantwortlich ist Literatin Dr. Anke Timm. Fast zum Schluss des Tages hatte sie die "Fauth Gentleman" gebucht, die bislang noch als Geheimtipp gehandelt wurden. Die jungen Männer waren in grauen Anzügen mit Krawatten gekleidet. Und das blieb auch so. Das einzige, das während des Tanzens ausgezogen wurde, war das Jackett. Anfangs reagierten die Mädels etwas verhalten.

Als nach ein bis zwei Minuten alles klar war, brach das Eis und ohrenbetäubendes Gekreische setzte ein. Beim Ausmarsch hatten die Jungs einige Mühe, sich einen Weg zu bahnen, mussten für Dutzende Selfies posen und waren regelrecht überrascht von ihrem Erfolg. Ein Mann aus dem Elferrat war der Meinung, die Mädels hätten sogar noch lauter gekreischt, als bei Brings.

Vorsitzender Siggi Kaschulla war insgesamt sehr zufrieden. Aber nicht hundert Prozent. "Mir fällt auf, dass immer mehr Frauen zu sämtlichen Damensitzungen im Forum ihre eigenen Snacks mitbringen", bemängelte er. "Es ist eine Unsitte, die da um sich greift. Ich bin nicht sicher, wie lange wir das noch tolerieren können."

(gkf)