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Leverkusen: Bordell-Werbung erregt die Stadt

Leverkusen : Bordell-Werbung erregt die Stadt

Mehrere große Plakate des Kölner Erotik-Nachtclubs "Pascha" haben in den vergangenen Tagen Anwohner im Leverkusener Stadtgebiet verärgert. Die Aufnahmen leicht bekleideter Damen hängen teils entlang der Schulwege.

Die vier jungen Mädchen mit ihren Kick-Rollern stehen an der Rennbaumstraße und blicken interessiert auf das große Plakat an der Bahnunterführung. Es zeigt leicht bekleidete Damen in String-Tangas: Werbung für das Kölner Bordell "Pascha", das sich auf den Plakaten Nightclub nennt und "Geld-zurück-Garantie" verspricht.

Seit dem 17. März hängen die "Pascha"-Plakate an diversen Stellen im Stadtgebiet, sei es an der Lützenkirchener-, der Stixches- oder eben der Rennbaumstraße. Da dort etwa der Weg zur Gebrüder-Grimm-Schule verläuft, haben sich mehrere Mütter empört. "Muss das sein", fragte im Laufe dieser Woche beispielsweise eine Opladenerin, deren Kind dort öfters unterwegs ist: "Wer genehmigt so etwas?"

Auf Bahn-Gelände

"Die Deutsche Bahn", hieß es dazu auf Anfrage unserer Zeitung gestern bei der Stadt. Die betreffenden Plakatwände befänden sich auf Bahngelände und damit außerhalb des eigenen Einflussbereichs.

Ungläubiges Staunen zunächst bei der Bahn: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf unseren Grundstücken Bordellwerbung gibt", sagte ein Sprecher, verwies dann aber auf die Privatfirma, die die Flächen für die Bahn vermarktet. Und die bestätigte: "Ja, wir haben die Pascha-Werbung genehmigt." Eine Prüfung habe "keinerlei rechtliche Bedenken" ergeben.

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Gleichwohl wurde sie in Köln, wo die Bordellwerbung auch plakatiert ist, gestern offenbar an mehreren Stellen wieder überklebt — und zwar auf Wunsch der Domstadt, wie Simone Fey-Hoffmann, die Leiterin des Leverkusener Frauenbüros, berichtete. Die dortige Verwaltung habe sich beschwert. "Wir haben halt ein sehr gutes Verhältnis zur Stadt Köln", sagte die Sprecherin der Plakatwerbefirma. Das sei eine Aktion des guten Willens gewesen. In Leverkusen blieben die Plakate hängen, was das Verhältnis zu dieser Stadt nicht gerade verbessern dürfte.

Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn jedenfalls zeigte sich empört: "Werbung für so ein Kölner Etablissement bei uns? Ein Unding." Die Plakate selbst seien im Vergleich zu manchem, was an den Kiosken heutzutage ausgelegt werde, zwar fast noch harmlos. "Schlimm ist aber, was dahintersteckt", sagte Buchhorn. Er habe die städtischen Technischen Betriebe angewiesen, sofort dafür zu sorgen, dass zumindest im Einflussbereich der Stadt "keines der Plakate mehr zu sehen sein wird".

Auch an den Bahn-Standorten werden sie in den kommenden Tagen entfernt. Die Kampagne laufe jetzt aus, sagt die Plakatfirma — eine weitere sei vorerst nicht geplant.

(RP)