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Bohofsweg-Pläne in Leverkusen: Rätselraten um die Parabraunerde

Diskussion in der Bezirksvertretung III : Bohofsweg-Pläne: Rätselraten um die Parabraunerde

Am Ende sollte jegliche Diskussion in der Sitzung der Bezirksvertretung III vergebene Zeit und Liebesmüh’ gewesen sein. Weil die Vertreter nur die Rolle des beratenden Gremiums einnehmen, blieb ihnen nichts anderes übrig, als das Thema Klimasiedlung am Bohofsweg, das erneut für Diskussionen sorgte, zu vertagen.

Noch prüft die Stadt nämlich, ob auf dem Gelände eine Siedlung und eine Kita gebaut werden dürfen. In der Sitzung des Bauausschusses schlug Frank Pathe (Klimaliste) vor, die Kita etwa an einem anderen Standort zu bauen. Mit der gleichen Anregung wurde der ehemalige Grüne Manfred Urbschat vom Bürgerforum Grünes Leverkusen in der Bezirksvertretung vorstellig.

So müsse nicht auf Ergebnisse der Untersuchungen gewartet und die Kita könne schneller realisiert werden. Oliver Ahrendt von der städtebaulichen Planung verwies auf die schwierige Flächenfindung, die aufgrund hoher Ansprüche an die Sicherheit auftrete. „Viele Flächen schließen sich da schon aus“, betonte er.

Auf dem Grundstück Bohofsweg in Mathildenhof hatte die Untere Bodenschutzbehörde besondere Erde gefunden: die Parabraunerde. Soweit bekannt, stellt die aber für Mitglieder der Bezirksvertretung III ein Rätsel dar. CDU-Mann Michael Prangenberg hatte Informationen aus der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia ausgedruckt, verlas sie und stellte für sich fest: „Was daran jetzt so besonders sein soll, erschließt sich mir nicht.“ Christoph Kühl von den Grünen bekräftigte: „Wenn wir den Plan jetzt stoppen, war alles umsonst.“ Mit einer Vertagung und weiteren Prüfungen gewinne man Zeit und sinnvolle Erkenntnisse.

Ulrike Langewiesche (Bürgerliste) stimmte dem nicht zu. Schließlich stehe für die Fußballer des SV Bergfried Leverkusen eventuell ein Kunstrasenplatz in Aussicht. Und die Sportler erwarteten sicher so langsam mal Ergebnisse. Benedikt Vennemann (FDP) unterstützte diese Denkweise. Bis CDU-Bezirksvorsteher Frank Schönberger in der Sitzung darauf hinwies, dass die Vertagung des Themas wegen des im Bauausschuss gefassten Beschlusses ohnehin die einzige Möglichkeit sei. Die Klimasiedlung bleibt also Gesprächsstoff.