1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Blüten“ bestellt: Mann aus Burscheid wegen Falschgeld vor Amtsgericht

Amtsgericht Leverkusen : „Blüten“ bestellt: Mann wegen Falschgeld vor Gericht

Ein 24-jähriger Burscheider hielt es für eine lohnende Idee, sich über das Darknet, einem unüberwachten Teil des Internets, gefälschte Euronoten zu bestellen. Als die Fälscherwerkstatt in Österreich ausgehoben wurde, flog auch der Deal nach Deutschland auf. Jetzt musste er sich wegen des Vorwurfs der Geldfälschung vor dem Amtsgericht Leverkusen verantworten.

Laut Anklageschrift hatte der Mann im Oktober 2017 unter einem Pseudonym bei den Fälschern aus Österreich im Internet 15 Banknoten mit einem Wert von 20 Euro und einem Gesamtwert von insgesamt 300 Euro bestellt. Als Empfängeradresse habe er den Namen seines Großvaters angegeben. Als die Blüten schließlich ankamen, habe er sich wegen der minderen Qualität aber verbrannt und sie somit nicht in Umlauf bringen können.

Der 24-Jährige gab am Mittwoch die Tat gleich zu, betonte aber auch: „Ich habe die nicht verbreitet.“ Er sei im Darknet unterwegs und neugierig gewesen. Eigentlich, berichtete er, sei er sich sicher gewesen, die Blüten kämen gar nicht erst an. Dennoch habe kurz darauf ein normaler DHL-Umschlag im Briefkasten gelegen.

Die bestellte Ware selbst sei von sehr schlechter Qualität gewesen, sagte der Beschuldigte. „Das war wie ein normales Blatt Papier – wie aus dem Drucker“, erzählte der junge Mann, der damit gerechnet habe, dass die Banknoten echter aussähen.

Damit manövrierte er sich in einen Widerspruch, der auch dem Gericht nicht verborgen geblieben war. Schließlich ließ seine Hoffnung auf bessere Blüten darauf schließen, dass er die gelieferte Ware nur verbrannte, weil die Scheine unbrauchbar waren. Ob er sie bei besserer Qualität hätte einsetzen wollen, wollte das Gericht wissen. „Ich weiß es nicht“, antwortete der Angeklagte. „Es ist etwas anderes, Dinge im Internet zu bestellen, sich dort zu bewegen, und es dann im realen Leben anzuwenden.“ Die Verteidigung sprang ihrem Mandanten zur Seite. Sie betonte, er hätte sie sicher versucht auszugeben, das aber sei nicht angeklagt.

  • Das Gebäude am Nordwall 51 ist
    Von Streitigkeiten bis Scheidungsverfahren : Womit sich das Amtsgericht in Geldern beschäftigt
  • Die Polizei (Symbolbild) verfolgte den Mann
    Autobahn voraussichtlich bis Mittag gesperrt : Verfolgungsfahrt auf A 1 zwischen Dortmund und Leverkusen
  • Dreimal hat der Angeklagte Therapien begonnen,
    Amtsgericht Leverkusen : Heroin-Abhängiger dealte weiter trotz Bewährung

Der Burscheider war bereits kurz vor der Falschgeldanklage aufgefallen, als er sich Testosteron bestellt hatte. Bei dem Fall kam das Gericht zu einer Geldstrafe, aus der nun mit dem Falschgeldvergehen eine Gesamtstrafe gebildet wurde. So erhält der 24-Jährige sechs Monate und eine Woche auf Bewährung (zwei Jahre) und muss zudem je 1000 Euro ans Palliativ- und Hospizzentrum Leverkusen und das Kinderheim Burscheid bezahlen.