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Leverkusen: Blitzer: Bürger schlagen Messpunkte vor

Leverkusen : Blitzer: Bürger schlagen Messpunkte vor

Für den Blitzmarathon am 8. April möchte die Polizei ein Bürger-Voting für Messpunkte. Die Anwohner von Biesenbach und Claashäuschen fragen schon lange nach Radarmessungen. An Tempo 20 und 30 halte sich dort kaum einer.

"Vorsicht Blitzer!", heißt es am 8. April an 44 Stellen in Leverkusen. Anlass ist der sechste landesweite Blitzmarathon. Diesmal möchte die Polizei die Bürger durch ein Voting vorab einbeziehen. Sie gibt auch für Leverkusen bestimmte Stellen vor, aus denen unsere Leser ihre Auswahl treffen können. Aber es können Bürger auch von sich aus auf besondere Gefahrenstellen hinweisen, wo Rasern unbedingt Einhalt geboten werden sollte.

Leverkusen: Blitzer: Bürger schlagen Messpunkte vor
Foto: Uwe Miserius (Archiv)

Auf gleich mehrere solcher Gefahrenstellen wiesen gestern Anwohner der Straße Zum Claashäuschen und des Ortsteils Biesenbach hin. In Biesenbach ist sogar eine Tempo-20-Zone und in Claashäuschen Tempo 30, in beiden Fällen durch mehrere auffällige große Zahlen auf der Fahrbahn signalisiert. Die Anwohner beider Stellen beklagen aber, dass die Straße von Lützenkirchen nach Bergisch Neukirchen als beliebte Abkürzung genutzt werde.

Und schlimmer noch: Obwohl am Ausgang der Straße Claashäuschen aus Richtung Bergisch Neukirchen ein Durchfahr-Verbot herrscht, werde die Strecke auch in diese Richtung als Abkürzung in Richtung Lützenkirchen gefahren: Das beobachtet Anwohner Norbert Gaisser. "Wenn die von da oben den Berg runter kommen, dann fahren die so schnell, dass ich Angst habe, wenn ich mit meinem Hund auf die Straße gehe." Es habe auch eine von einem Nachbarn initiierte Unterschriftensammlung und daraufhin eine Radarmessung der Polizei gegeben: "Die Polizisten kamen aber aus Köln, die kannten sich hier nicht aus. Und ich glaube, die haben auch keinen Raser geschnappt", meint Norbert Gaisser.

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Tatsächlich werde durch Claashäuschen oft so schnell gefahren, dass sich entgegen kommende Fahrzeuge nicht mehr ausweichen könnten: "Die sind bei uns schon ins Tor und in die Hecke gefahren. Wenn sie aber wirklich 30 fahren würden, dann kämen die auch gut aneinander vorbei", sagt Gaisser.

Auf der anderen Seite des Berges in Fortsetzung der Straße Claashäuschen in Richtung Lützenkirchen beginnt in einer starken Rechtskurve sogar eine der ganz besonders seltenen Tempo-20-Zonen in der Bundesrepublik. Die Ortschaft Biesenbach könnte eigentlich genauso wie Claashäuschen eine ruhige, idyllische Wohnlage sein. Aber weder riesengroße Tempo 20-Aufschriften auf der Fahrbahn, noch Zone-20-Schilder, noch versetzt angelegte Parkstreifen zur Straßenverengung halten dort die Raser ab. Das bestätigt Anwohnerin Melanie von Dobbeler: "Ich halte es für unbedingt sinnvoll, dass die Polizei hier mal die Geschwindigkeit misst. An Tempo 20 hält sich hier doch keiner", sagt die Anwohnerin und Mutter. Um ihr Kind zu schützen, halte sie auch immer das Hoftor geschlossen. Sie wisse von einem besonders engagierten Nachbarn, der den Rasern sogar vor die Autos springe. Allerdings bisher ohne sichtbaren Erfolg: "Vor allem morgens zwischen sechs und sieben Uhr rasen hier die Autofahrer durch. Sie meinen dann wahrscheinlich, dass sie sowieso keiner sieht", befürchtet die Biesenbacherin.

Jürgen Wasse war bis vor einiger Zeit noch in Biesenbach wohnhaft und erinnert sich an eine Anwohnerinitiative, die sogar eine Tempo-7-Zone für den Ortsteil durchsetzen wollte. "Das haben wir zwar nicht geschafft, uns dann mit dem Tempo 20 zufrieden gegeben,", sagt der passionierte Fahrradfahrer und Balkantrassen-Förderer. Die Situation sei dadurch aber nicht wirklich entschärft worden, zumal es im Bereich Biesenbach auch keine Bürgersteige gebe.

(RP)