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Leverkusen/Leichlingen: Bistum Köln: "Applaus ist in Kirchen nicht verboten"

Leverkusen/Leichlingen : Bistum Köln: "Applaus ist in Kirchen nicht verboten"

Eindeutig ist die Stellungnahme des Erzbistums Köln zur Frage von Beifallsbekundungen im gottesdienstlichen Rahmen: "Es gibt kein Dogma. Applaus ist in Kirchen nicht absolut verboten", sagt Nele Harbeke, Pressereferentin im Erzbistum Köln/Generalvikariat, auf Nachfrage unserer Zeitung. Selbst Kardinal Meisner, der den Applaus in Kirchen nicht besonders möge, lasse sich hin und wieder etwa bei Konzerten in Kirchen sogar selbst applaudierend fotografieren, berichtet Harbeke. Es habe in der katholischen Kirche einen Wandel gegeben: In den 1960er Jahren sei noch jede Form des Klatschens in Kirchen regelrecht verpönt gewesen. Nach den zweiten Vatikanischen Konzil habe ein Umdenken stattgefunden.

Vor allem Papst Johannes Paul II. habe den "Eventcharakter" von Gottesdiensten gepflegt und damit auch das Applaudieren als Mitwirken der Gläubigen im Gottesdienst unterstützt. Mittlerweile sei auch bei Liturgikern das Applaudieren in Gottesdiensten anerkannt, berichtet die Pressereferentin des Erzbistums. "Gut ist, was dem Geschehen und dem Lob Gottes dient", sei der Grundsatz heutzutage, allerdings zunächst nur in der Theorie, schränkt Harbeke ein. Denn der Umgang mit dem Thema "Applaus in der Kirche" hänge sehr stark von der Persönlichkeit des Pfarrers ab, weiß man auch im Generalvikariat in Köln. So gebe es einerseits viele Pfarrer, die die Gemeinde sogar aufforderten zu applaudieren, wenn beispielsweise ein Chor zu Gast sei. "Andere sehen es ein bisschen strenger", weiß Harbeke, die allerdings den konkreten Fall in Leichlingen nicht kommentieren möchte.

Sie verweist aber auf Beitrag mit dem Titel "Applaus, Applaus? Vom Klatschen im Gottesdienst" aus der Zeitschrift "Praxis Gottesdienst", in dem der Liturgiker Eduard Nagel klar Stellung zu diesem kontroversen Thema bezieht. Er schreibt: "Musikern und Sängern am Ende für ihren Dienst zu danken, ist heute weithin selbstverständlicher Standard, der auch erwartet wird und dessen Fehlen Befremden auslöst." Allerdings könne das Klatschen auch die Atmosphäre zerstören. Deshalb sei es schließlich auch bei Konzerten zwischen den einzelnen Sätzen eines Gesamtwerks verpönt zu klatschen. Wer das nicht beachte, offenbare sich als Banause, schreibt der Liturgiker.

(RP)