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Leverkusen: Bistum: eine Million Euro Soforthilfe für Flüchtlinge

Leverkusen : Bistum: eine Million Euro Soforthilfe für Flüchtlinge

Das Erzbistum Köln will die Flüchtlingshilfe stärken und hat jetzt die "Aktion Neue Nachbarn" ins Leben gerufen. Dazu gehören finanzielle Soforthilfen, aber auch eine starke organisatorische Unterstützung.

Gerade einmal drei Tage ist es her, dass der neue Kölner Erzbischof Rainer-Maria Woelki die Opladener Flüchtlingsunterkunft in der Sandstraße besucht hat. Und schon hat der Kardinal ein Konzept vorgelegt, das unter dem Titel "Aktion Neue Nachbarn" Flüchtlingen aus Krisengebieten schnell und unbürokratisch unter die Arme greifen soll.

In einem Brief Woelkis, den das Kölner Erzbistum gestern veröffentlichte, heißt es dazu: "Nicht jeder, der in unserer Region ankommt, wird so herzlich empfangen wie ich. In diesen Tagen überschlagen sich die Meldungen über die wachsende Zahl von Flüchtlingen. Begrenzte Aufnahmekapazitäten zwingen die Behörden in manchen Regionen dazu, wenig geeignete Gebäude zur Unterbringung zu nutzen. Sicherheitsdienste bewachen die traumatisierten Menschen, die eigentlich dringend eine menschliche Begleitung bräuchten."

Das möchte Woelki möglichst anders organisiert wissen. Gleich mehrere Punkte umfasst daher der Vorschlag des Kardinals, mit dem er den Gemeinden in seinem Sprengel Angebote unterbreiten will:

- Wohnraum Falls Pfarrgemeindem oder Menschen in der Gemeinde Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen wollen, sollen Mitarbeiter aus dem Generalvikariat dabei helfen. Telefonisch sind diese Mitarbeiter zu erreichen unter 0221/1642 1212 (werktags in der Zeit von 9 bis 16 Uhr).

- ldeen und Rat Für die Planung konkreter Hilfsangebote stehen in den Ortscaritasverbänden Ansprechpartner zur Verfügung. Auf einer Liste hat das Erzbistum die wichtigen Telefonnummern zusammengestellt.

- Finanzielle Unterstützung Das Erzbistum Köln stellt eine Soforthilfe von einer Million Euro zur Verfügung, die von Flüchtlings-lnitiativen in den Kirchengemeinden beantragt werden können. Nach einem entsprechenden Antrag in Absprache mit dem Leitenden Pfarrer sollen Woelki zufolge unbürokratisch innerhalb von 14 Tagen Finanzmittel zur Förderung der Flüchtlingsarbeit vor Ort ausgezahlt werden.

- lnternet Das Generalvikariat hat im lnternet ein zentrales Portal für die Willkommenskultur eingerichtet. Unter www.aktion-neue-nachbarn.de gibt es nicht nur lnformationen und ldeen zur Flüchtlingsarbeit, sondern auch Ansprechpartner. Die Internetseite soll sukzessive ausgebaut werden.

Leverkusens Stadtdechant Heinz- Peter Teller zeigte sich gestern sehr angetan von dem Brief des Kardinals. Auf der Ebene der Kreisdechanten sei das Thema vor kurzem mit Woelki ausgiebig besprochen worden. Die jetzige schnelle Umsetzung beziehe sich darauf.

Teller weist auch auf ein Gespräch hin, das in Kürze mit Vertretern der Caritas stattfinden soll, die die Flüchtlingsbetreuung in Leverkusen übernommen hat. Dabei soll der Finanzierungsbedarf für Projekte abgeklopft werden. Zudem erhalten Flüchtlingskinder Plätze in Kitas - und für eine Ausweitung des Sprachunterrichts will Teller pensionierte Lehrer aktivieren.

(RP)