1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Bilderbuch aus Leverkusen über „schweinige“ Abenteuer

Bilderbuch aus Leverkusen über ganz tierische Abenteuer : Schwein „Bente“ erobert die Kinderzimmer

Die Opladenerin Kathrin Bräker veröffentlicht ihr erstes Kinderbuch. Die witzigen Zeichnungen dazu liefert Illustratorin Myria Stricker.

Schlechtes Wetter kennen nur Erwachsene. Kinder mögen Regen – mit größtem Vergnügen und Anlauf springen sie in die nächste Pfütze. Etwa so wie das Schwein Bente, das sich artgerecht im Dreck suhlen darf und auf dem Bauernhof Abenteuer sucht. Kathrin Bräker hat sich diese Geschichte für kleine Leute ausgedacht und im Eigenverlag veröffentlicht, Titel: „Da spring ich rein!“ ruft das Schwein.

Es ist ihr erstes gedrucktes Buch, Geschichten aber hat sich die Pädagogin, Mutter von vier Kindern und junge Oma zweier Enkelkinder schon immer ausgedacht. Jeden Abend beim Zähneputzen erfand sie eine und taktete damit die Zeit. Sie schrieb Texte für zwei Singspiele, die Kirchenmusiker Michael Porr vertonte und veröffentlichte kleinere Beiträge im Magazin „Spielen und Lernen“. Mehrere Manuskripte schlummern in ihrer Schublade, und im vergangenen Jahr beschloss sie, eines als Bilderbuch herauszugeben, gewidmet den Enkeln Marlene und Jakob. Dabei war ihr bewusst, dass ein Kinderbuch nicht alleine vom Vorlesetext lebt, entscheidend sind die Bilder, die von den jungen Adressaten selber „gelesen“ werden. Also machte sich Kathrin Bräker auf die Suche nach einer Illustratorin, die in ihrem Sinne die kleine Geschichte veranschaulichen würde. Da besann sie sich auf Myria Stricker, deren Karten und Minibüchlein für Kinder sie beim Kreativmarkt der Awo entdeckt hatte.

  • Carmen Alonso (li.) von der Stadtbücherei
    Buch-Herbst in St. Tönis : Bücher für den Gabentisch
  • In der Buchhandlung von Julia Pavlik
    Plätzchen für Literatur : Stadtbücherei sucht wieder Buchpaten
  • Das Jahrbuch "Weezer Geschichte" ist erschienen.
    Beiträge, Berichte und Gedichte aus der Region : Verkaufsstart für das Jahrbuch Weezer Geschichte

Ganz vorsichtig fragte sie bei der Zeichnerin an, ob sie auch Bücher illustrieren würde. Keine Frage für die inzwischen selbständige Künstlerin und Grafik-Designerin, die früher auch Kurse der Jugendkunstgruppen leitete, inzwischen aber illustriert, Logos zeichnet, Fassaden (Fachwerk Opladen) oder ganze Schaufensterscheiben bemalt wie die der Stadtbibliothek, beim Feinkochtopf oder demnächst der Burscheider Buchhandlung Hentschel. Sie selbst hat ein Wimmelbuch über Leverkusen herausgegeben, dazu ein Ausmalbuch, das es auch für Burscheid gibt.

Kathrin Bräker schickte ihr zwei Texte zum Probelesen, eine Gespenstergeschichte und die über das zunächst noch namenlose kleine Schwein, zu der sie sofort Bilder im Kopf hatte. Wegen Corona fanden die ersten Treffen der beiden Frauen per Zoom statt, aber trotz digitaler Distanz war beiden klar: Das passt. Sie sei sich durchaus bewusst gewesen, dass es viele berühmte Schweinegeschichte und damit verbreitete Bilder gebe, räumt die Künstlerin ein. Nicht zuletzt der dicke Waldemar in den Freunde-Geschichten von Helme Heine. Also ging sie auf die Suche nach einer eigenen Illustrationsvorlage.

Dazu recherchierte sie Schweinerassen und zeichnete zunächst realistische Studien aus verschiedenen Perspektiven in ihr Skizzenbuch: das deutsche Edelschwein, das Rotbunte Husumer Schwein und das eher seltener gewordene, gefleckte Bentheimer Landschwein. Das war ihr Favorit, das sie für das Kinderbuch leicht abstrahierte und mit einer gelblichen Färbung unverwechselbar machte.

Kathrin Bräker war begeistert von den ersten Vorschlägen und taufte ihr Schwein „Bente“, was passenderweise sowohl ein männlicher als auch weiblicher Vorname ist. In der Geschichte bleibt es ohnehin beim Neutrum. Als erfahrene Herausgeberin und Selbständige gab ihr Myria Stricker zudem nützliche Tipps und Kontakte, etwa zum Verlag. Und die Illustratorin begann, die Geschichte für Bilderleser auszuschmücken, was der Autorin ausgesprochen gut gefiel. Bente bekam einen kleinen Freund und Bewunderer: eine winzige Fliege, die in jedem Bild zu entdecken ist, und ihre eigenen Dinge macht. Und mit der letzten Seite ohne Worte, spinnt sie die Geschichte weiter… Wenn Kathrin Bräker sagt, dass dies ihr erstes, aber nicht das letzte Kinderbuch sei, dürfte das auf weitere Zusammenarbeit hinauslaufen. Ideen gibt es bereits. Zunächst für ein Mitmachheft zum Ausmalen, Rätseln und Kreativwerden.