Leverkusen: Biene ersetzt den Drogenspürhund

Leverkusen: Biene ersetzt den Drogenspürhund

Sie ist das drittwichtigste Nutztier und sie ist bedroht: die Biene. Daher setzt sich die Gesamtschule Schlebusch seit Jahren für sie ein. Neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung besitzt das kleine Tier auch Talent als Rauschgift-Fahnder.

Die Biene ist bedroht. Das ist Fakt. Überall auf der Welt gehen die Bestände der für den Menschen so nützlichen Tiere deutlich zurück. Schüler der Gesamtschule Schlebusch wollen das so nicht weiter hinnehmen. Sie starteten bereits vor Jahren verschiedene Projekte, die die Biene schützen, deren Bestände ansteigen lassen und die breite Öffentlichkeit auf dieses Problem Aufmerksam machen sollen.

"Die Biene ist wirtschaftlich gesehen das drittwichtigste Nutztier. Ohne die Biene sähen unsere Esstische sehr viel leerer aus", berichtet Reinhold Glüsenkamp. Der 57-Jährige ist nicht nur Lehrer an der Schlebuscher Schule, er ist auch Imker. Mit seinen Schülern stellt er in der schuleigenen Imkerei Honig, dessen Verkaufserlös einem guten Zweck zukommt. "Mit dem Geld unterstützen wir Vorhaben in Nicaragua und Burkina Faso. Dort werden Einheimische zu Imkern ausgebildet", erklärt Glüsenkamp.

Doch dafür wird eine Menge Geld benötigt, das nicht durch den Verkauf von Honig alleine einzuholen ist. So stellen seine sehr fleißigen Helfer im Werkunterricht beispielsweise Nisthilfen für Wildbienen her. Wie ein Vogelhäuschen anmutend, aber mit vielen kleinen Löchern versehen, können die hölzernen Kästen an Bäumen aufgehängt werden - möglichst auf Streuobstwiesen. Denn auch diese sind bedroht.

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Durch Abholzung und Bebauung gibt es immer weniger von ihnen. Ein Teufelskreis. Denn: ohne Bäume und Wildpflanzen keine Blüten, keine Bestäubung, keine Weitervermehrung und auch kein Obst. "Die Streuobstwiesen sind quasi unsere Korallenriffe", sagt Lehrer Bernd Nafe, "sie haben eine ähnliche Artenvielfalt und sind ebenso bedroht. Früher gab es in Leverkusen rund 10 000, jetzt vielleicht noch 2 000."

Dabei ist die Biene nicht nur wirtschaftlich von hoher Bedeutung, auch die Wissenschaft macht sich die Eigenschaften der kleinen Tiere zunutze, besitzen sie doch eine Menge Talente. Darunter auch das Erkennen von Drogen. Drogenspürbiene statt Drogenspürhund? Seit kurzem ist das Realität. Dabei dauert die Ausbildung der Bienen nur einen Tag, während Hunde ein ganzes Jahr benötigen.

Dabei wird der Biene Luft zugeführt, die eine kleine Menge Rauschgift enthält, und sogleich ein sanfter elektrischer Schlag versetzt, so dass sie diese beiden Dinge verknüpft. Befindet sich ein verdächtiges Gepäckstück am Flughafen leiten die Beamten Luft aus diesem zu den abgerichteten Bienen. Versuchen diese zu flüchten, hat sich der Verdacht bestätigt.

(brü)
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