Spielzeit-Ende bei Bayer Bezaubernd: Bauhaus im Erholungshaus

Zum Spielzeit-Ende wartete Bayer Kultur mit einer gelungenen Verschmelzung der Künste auf.

 Tanz, Akrobatik, Masken, Musik... es war ein flirrend-schönes Miteinander, das sich das Theater R.A.B. überlegt hatte.

Tanz, Akrobatik, Masken, Musik... es war ein flirrend-schönes Miteinander, das sich das Theater R.A.B. überlegt hatte.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Das Leben hält immer etwas Neues bereit und sprüht nur so vor Farbe. Wohl auch deshalb hat Walter Gropius einst gesagt: „Bunt ist meine Lieblingsfarbe.“ Angelehnt an das Zitat des Bauhaus-Gründers und das 100-jährige Jubiläum – das zurzeit als bundesweites Ereignis mit internationaler Strahlkraft gefeiert wird – endete die Spielzeit bei Bayer Kultur am Samstag mit einem Abschlussfest im Erholungshaus.

Die Bauhaus-Feste waren berühmt. An der avantgardistischen Universität in Weimar zählte in den 1920er-Jahren vor allem: Die konventionellen Grenzen zwischen Alltag und Fest, Leben und Kunst durften überwunden werden, Lehrer wie Studenten ihrem kreativen Potenzial und ihrer Gestaltungsfreude freien Lauf lassen. Ebenso handhabte es jetzt die Bayer Kultur und überließ die Programmgestaltung ausschließlich dem Theater R.A.B., das sich in einer besonderen Performance der Anfangszeit des Bauhauses und den legendären Festen der Kunstschule annäherte.

  Zum „Summer Nineteen  – ein Fest zum Abschluss der Spielzeit“ begegneten sich Kunstgeneres in Bauhaus-Art überall im Erholungshaus.

 Zum „Summer Nineteen  – ein Fest zum Abschluss der Spielzeit“ begegneten sich Kunstgeneres in Bauhaus-Art überall im Erholungshaus.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

In Anlehnung an die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Bauhauswerkstätten inspirierten sich die Mitwirkenden des Theaters gegenseitig und mischten ihre Künste zusammen. So entstanden außergewöhnliche Aktionen, die Leidenschaft und Beweggründe der damaligen Künstler verdeutlichten: Klänge bekamen Formen, Bilder fanden eine Sprache, Tänzer trugen Masken, Maskenspieler tanzten. Kunstgattungen begegneten sich in allen Räumen, Akteure und Zuschauer bewegten sich von Spielort zu Spielort, Trapezartisten, Stelzenläufer, Musiker animierten zum Mitfeiern. Dem Auftakt auf der Hauptbühne folgten beispielsweise abstrakte Vorführungen „Dada-Papst“ im Pausenfoyer, „Expedition in die Zukunft“ im Kassenfoyer und „Chaos ist Kunst“ im Biergarten. „Kunstmärchen“ erzählte Kathinka Marcks auf der Probebühne. Die professionelle Erzählkünstlerin ist Urenkelin des Bildhauers und Grafikers Gerhard Marcks, der 1919 als einer der ersten Meister von Walter Gropius an das Staatliche Bauhaus berufen und künstlerischer Leiter der Keramischen Werkstatt wurde.

Inszeniert als dadaistisches „Cirque Nouveau Happening“ geriet das Fest zum Spielzeit-Abschluss insgesamt zur farbenfrohen Verschmelzung von Tanz, Artistik, Maskenspiel und Musik. Friedel Leicht mit ihrer Schwester Emma, Tochter Nathalie Rodriguez und dem zehn Monate Enkel Carlo aus Köln waren zum ersten Mal im Wiesdorfer Erholungshaus – und begeistert vom Summer Nineteen. „Uns hat es sehr gut gefallen, und wir werden gerne wiederkommen“, lobten die Besucherinnen aus der Domstadt. Dann aber kommen sie wohl zu einer anderem Veranstaltung ins Erholungshaus, denn das Fest in dieser Art bleibt einmalig. Thomas Helfrich, Leiter der Bayer Kultur, verdeutlichte beim Termin: „Das war eine Besonderheit zur 100-jährigen Bauhaus-Gründung.“

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