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Leverkusen: "Bessere Atmosphäre in deutschen Schulen"

Leverkusen : "Bessere Atmosphäre in deutschen Schulen"

13 Schüler auf jeder Seite waren es, die vor sieben Jahren zum ersten Mal an einem Austausch teilnahmen. 13 Schüler der Marienschule in Opladen und 13 vom Collège Camille Claudel aus Villeneuve d'Ascq. Das ist Leverkusens Partnerstadt. Beim jetzt siebten Austausch sind es jeweils 48 Schüler. Immer dabei: Lehrerin Marceline Lerouge (60). "Ich war mit elf Jahren zum ersten Mal bei einer Fahrt mit meinem Dorf in Deutschland, fand es toll und habe danach angefangen, Deutsch zu lernen. Während meines Studiums habe ich eine Familie in Bayern kennengelernt, die ich noch heute jedes Jahr besuche."

Ähnlich begeistert sind ihre Schüler — weil es viel mehr Marienschüler gibt, die Französisch lernen, als Collège-Schüler, die Deutsch lernen, nehmen die meisten Gastschüler bereits zum zweiten Mal an dem Austausch statt. Und das mit Begeisterung: "Die Deutschen sind wirklich gastfreundlich", berichteten Yacine (15), Yannis (14), Manon (15) und Elise (13) übereinstimmend. Vor allem die Atmosphäre in der Schule sei so ganz anders als in Frankreich. Das kann auch Lehrerin Pia Troschke bestätigen: "Während es in Deutschland sehr kooperativ zugeht und Selbstständigkeit großgeschrieben wird, ist in Frankreich vor allem Wissensvermittlung angesagt", erklärt die 28-Jährige. Das Verhältnis der Lehrer zu ihren Schülern, aber auch der Schüler untereinander sei sehr distanziert.

So ganz nebenbei baue der Austausch auch Vorurteile ab, meinten die Schüler. "Ich dachte, dass die Franzosen sehr verschlossen sind, aber das ist gar nicht so", sagte Dana (14). "Ganz im Gegenteil; sie gehen viel schneller auf andere zu als manch Deutscher." Das finden auch Anika und Laura (beide 14). Und: "Die französischen Schüler sind viel lauter, als wir dachten, nicht so verschüchtert."

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Am Freitag will Pia Troschke gemeinsam mit einer Geschichtslehrerin ein "Experiment" wagen: "Es gibt einen französischen Film namens ,Der Vorname', da geht es um ein französisches Paar, das seinen Sohn ,Adolf' nennen will", berichtet die Pädagogin. "Die Schüler meiner sechsten Klasse fanden das unmöglich, sie waren richtig empört, das ginge nicht. Ich glaube, dass die französischen Schüler über deren Reaktion sehr überrascht sein werden. Weil sie kaum nachvollziehen können, dass die Deutschen mit diesem Thema noch so ein Problem haben."

(RP)