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Leverkusen: Berufsmesse für Neulinge, Spätzünder und Quereinsteiger

Leverkusen : Berufsmesse für Neulinge, Spätzünder und Quereinsteiger

Mittlerweile ist die Börse, auf der im Forum alles rund um das Thema Fortbildungen an Interessierte herangetragen wird, gute Tradition. Bereits zum siebten Mal hat das Jobcenter (oder auch: Arbeits- und Grundsicherung Leverkusen) hierzu eingeladen. 500 bis 600 Besucher informierten sich gestern zu ihren Möglichkeiten an knapp 40 Ständen.

Dabei handelte es sich nicht wie so häufig um ein Angebot für bald die Schule verlassende Jugendliche - es sind vielmehr Quereinsteiger und Menschen, die eine neue Karriere anstreben, für die die Messe gedacht ist. So beschrieb es AGL-Geschäftsführerin Renate Helff. Stellvertreter Andreas Backes betonte: "Die Erstausbildung ist kein Schwerpunkt." Sondern Umschulungen.

Das Spektrum der Angebote war sehr weit gefächert. Kaufmännische und soziale Berufe waren ebenso Thema wie die Bereiche IT, Medien, Event und Technik. Sowohl eine einfache dreiwöchige Weiterbildung als auch Ausbildungen von drei Jahren waren im Angebot. Dementsprechend zog es Interessenten unterschiedlichsten Alters ins Forum. "Von 20 bis 60, allen stehen die Türen offen", sagte Helff.

Sie erläuterte, eine Qualifikation werde in 90 Prozent aller Berufe erwartet. Somit seien nur zehn Prozent der Stellen auch ohne bereits gegebene Qualifikationen ausgeschrieben. "Es ist uns wichtig, dass die Anbieter aus der Region kommen, erreichbar sind für die Menschen", fügte Backes an. Eines der Unternehmen mit diesem regionalen Hintergrund war die Fahrschule Westermann. In Quettingen wird erfolgreich Menschen das Fahren verschiedener Kraftfahrzeuge beigebracht. Bevor es für die Schüler allerdings ernst wird, erproben sie ihr Können zunächst in einem Simulator. Und so einen hatten Ute Barf und Kollege Björn Schinkowski mitgebracht - ein echter Hingucker.

Auf drei Bildschirmen wird Verkehr simuliert, eine Stadt ist zu sehen. Ein Lenkrad, Gas-, Kupplungs- sowie Bremspedal sind ebenso zu bedienen wie zum Beispiel der Blinker. "Das Gerät nimmt den Leuten die Angst", betonten die Fachleute. Für den Betrag eines Kleinwagens sei ein solches Gerät zu haben, das in seinen Modi stark variierbar ist. Nur wenige Meter entfernt verteilte Katharina Bettermann-Osenberg Fyler und Infobroschüren. Mit Begeisterung berichtete sie von ihrem Traumberuf in der Alten- und Krankenpflege. "Man arbeitet so eng mit den Menschen zusammen", schwärmte sie. Gut drei Jahre dauere die Ausbildung, an deren Ende ein Staatsexamen abgelegt werden muss - bei Teilzeit dauert das Ganze eineinhalb Jahre länger.

Weil die Pflege stark mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen hat, sei die Akquise auf Messen wichtig. Bei den Interessenten handele es sich nicht nur um Quereinsteiger, sondern auch um 20-jährige Neulinge. "So sitzen Alt und Jung in einem Raum - und können voneinander profitieren", erzählte Katharina Bettermann-Osenberg.

(brü)