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Berufskollegs in Leverkusen: 33 Mio. Euro für „Campus Bismarckstraße“

Finanzausschuss gibt grünes Licht : Berufskollegs: 33 Mio. Euro für „Campus Bismarckstraße“

Der Stadtrat bereitet für die drei Berufskollegs Opladen und Manfort ein ersehntes Geschenk vor: Donnerstag soll die seit acht Jahren vorbereitete Neustrukturierung der Schulen beschlossen werden.

Dazu zählt die inhaltliche Profilbildung der Einrichtungen, die Überschneidungen der Unterrichtsinhalte beenden soll. Grundlage für den „Campus Bismarckstraße“ sind vor allem Baumaßnahmen in Manfort im Volumen von gut 33 Mio. Euro (vorher: 19,5 Mio. Euro).  „Die Profilbildung bedeutet, dass die Bildungsgänge des Fachbereiches Sozial- und Gesundheitswesen des Berufskollegs Opladen in das städtische Geschwister-Scholl-Berufskolleg Manfort aufgenommen werden“, informiert die Stadt. Gleichzeitig sollen die technischen Bildungsgänge am Berufskolleg Opladen gebündelt werden.

Die Realisierung der Umbauten in den heutigen Gebäuden (geplant/bezogen: 1954 bis 1961) und die Neubauten auf den Flächen zwischen den Schulen sollen von Hochtief organisiert werden. Die Firma ist seit Jahren „Betreiber“ der denkmalgeschützten Altbauten. Die Stadt hat die Schulen zurückgemietet. Grundsätzlich soll dies auch mit den Neubauten geschehen. Die Baumaßnahmen für Schulräume, Mensa, Verwaltungsbereich und die zweigeschossige Sporthalle müssen europaweit ausgeschrieben werden.

Erhard Schoofs (Bürgerliste) und Markus Pott (Opladen Plus) kritisierten das Verfahren im Finanzausschuss. Mit der Beauftragung von Privatfirmen verlagere die Stadt nur weitere Schulden. Besser wäre es, dass die Stadt beziehungsweise die städtische Wohnungsgesellschaft (WGL) das Vorhaben durchziehe. Die Bauverwaltung lehnt dies ab, weil sie schon mit den laufenden Projekten übermäßig belastet sei. Auch Finanzdezernent Markus Märtens unterschrieb die Projektplanungen nicht. Dies sei keine grundsätzliche Ablehnung, betonte er auf Nachfrage unserer Redaktion. Die finanziellen Folgen seien „aus heutiger Sicht“ nicht abzuschätzen, weil Zahlungen an Schulgebäudebetreiber Hochtief erst ab 2026 geplant seien.

Nach den bisherigen Abstimmungen wird der Rat das Ganze beschließen. Im Schulausschuss stimmten CDU, SPD, Bürgerliste, Opladen Plus und FDP dafür. Die Grünen waren dagegen, Die Linke enthielt sich. Ergebnis im Finanzausschuss: SPD und FDP stimmten zu, von den fünf CDU-Vertretern sagten drei Ja, zwei enthielten sich – und votierten  so anders als in der Fraktion intern beschlossen wurde. Dagegen: OP Plus und Aufbruch. Grüne, Soziale Gerechtigkeit und Bürgerliste enthielten sich. 2018 hatte der Grundsatzbeschluss zum Projekt ein einstimmiges Ja erhalten.