Berufskolleg protestiert gegen Schüler-Abschiebung

Berufskolleg Opladen: Berufskolleg übergibt Petition gegen Abschiebung

Hunderte Schüler des Berufskollegs Opladen an der Stauffenbergstraße standen gestern nicht nur symbolisch hinter Siarash Jami. Während Schülersprecher Pascal Bühlow im Beisein von Schulleiterin Thea Kuhs eine Petition mit mehr als 800 Unterschriften an SPD-Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach überreichte, versammelten sie sich hinter dem 19-jährigen Schüler aus Afghanistan.

Sie hielten das Transparent mit der Aufschrift „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und Plakate mit den Worten „Nein“ hoch. Nein zur Abschiebung. „Wir werden ein Zeichen für demokratische Werte und Menschenrechte setzen“, betonte der Schülersprecher. In der Bittschrift wurde untere anderem Schule als sicherer Ort und keine Abschiebung für Schüler mit guten Integrationsaussichten gefordert. Schülerin Daria Fischer (17) sagte: „Ich finde gut, dass wir hinter dem Schüler stehen und uns alle solidarisch erklären. Niemand sollte ohne Grund abgeschoben werden.“

Vor zwei Jahren kam Siarash als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling nach Leichlingen. Er besucht die Internationale Klasse des Berufskollegs, lernt mit etwa 60 Schülern vor allem die Sprache. Als er den negativen Asylantrag erhielt, war die Bestürzung groß, er könnte zu den sechs Schülern gehören, die in den vergangenen zwei Jahren plötzlich aus der Schule verschwanden. Der Jugendliche sei ein wichtiges und geschätztes Mitglied der Schulgemeinschaft, argumentierte Politiklehrer Marcus Nick. Er sei bestens in seine Klassengemeinschaft integriert und habe nach Ansicht seiner Lehrer beste Möglichkeiten, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu werden.

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Er sei der Schule und den Mitschülern sehr dankbar, sagte der Betroffene. „Seit Wochen kann ich nicht mehr lernen und schlafen“, ergänzte er. „Wenn ich zurück nach Afghanistan gehe, bin ich tot.“ Doch es sieht aus, als hätte er nichts zu befürchten. Denn er hat einen Ausbildungsvertrag in der Tasche, im September beginnt er als Bäckerlehrling.

„Wenn er nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz findet, ist er gerettet“, erläuterte Schulpate Lauterbach den Sachverhalt. Er nehme das Anliegen mit, sei angesichts der politischen Lage aber wenig optimistisch, dass Schüler grundsätzlich nicht abgeschoben werden könnten. Dennoch sei es bedauerlich, wenn ausgerechnet junge Leute, die gut in der Schule klar kämen, abgeschoben würden, kurz bevor sie Gelegenheit hätten, eine Lehre zu beginnen.

(gkf)