1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Berufskolleg Opladen und Firma Aery kooperieren.

Kooperationsvertrag : Berufskolleg und Aery bauen Brücken

Die Opladener Schule schließt einen Kooperationsvertrag mit dem Aachener Unternehmen. Letzteres unterstützt chinesische Schüler bei der Ausbildung in Deutschland. Die soll nun auch verstärkt am Berufskolleg stattfinden.

„Wir sind eine Schule der Vielfalt, und diese Vielfalt wollen wir erweitern“, betont Rainer Fehl, Bereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit des Berufskollegs Opladen (BKO), bei Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Schule und dem Unternehmen Aery. „Außerdem wollen wir dem Fachkräftemangel entgegen wirken und helfen, Engpässe in der Wirtschaft zu füllen.“

Genau das verspricht sich auch Jing Ma, Geschäftsführer von Aery, von der Zusammenarbeit. Das Unternehmen, mit Sitz in Aachen, hat sich dem Bildungs- und Wirtschaftsaustausch zwischen China und Deutschland verschrieben und unterstützt seit 2008 chinesische Schüler und Studenten, bei ihrer Ausbildung an deutschen Schulen und Hochschulen. Mittlerweile werden knapp 500 Studenten und rund 200 Schüler von dem Unternehmen betreut.

Der Andrang sei trotz der 27.000 Euro, die die chinesischen Eltern für die Bildung ihrer Kinder pro Jahr aufbringen müssen, groß. Die Tatsache, dass die deutschen Universitäten keine Gebühren verlangen, mache diese Investition attraktiv. „Deutsche Bildung hat einen hohen Stellenwert in China“, berichtet Duygu Candan, Projektentwicklerin bei Aery weiter. Es sei aber eine Herausforderung, den chinesischen Eltern das Bildungskonzept der Berufskollegs zu erklären.

Die fachliche Spezialisierung, die diese schon im Abitur anbieten, war auch Geschäftsführer Jing Ma nicht bekannt. Er hat mit dem BKO nun aber als erstes deutsches Berufskolleg die Kooperation gesucht, die Präsentation des Bildungskonzeptes von Rainer Fehl habe ihn überzeugt. „Wir sind sowohl ihm als auch der Stadt und der Wirtschaftsförderung Leverkusen sehr dankbar. Ohne sie wäre diese Kooperation nicht möglich gewesen“, betont er.

Aery gibt ihren Schützlingen etwa Hilfestellungen bei Behördengängen, übersetzt Schulzeugnisse und vermittelt über feste Kontaktpersonen zwischen der Schule, den Eltern und den Schülern. Außerdem unterhält das Unternehmen Unterkünfte in der Nähe der Bildungseinrichtungen. In der Bahnstadt betreibt die Firma ein Internat für bis zu 50 chinesische Jugendliche.

Jinghao Hu – sie wohnt in dem Bahnstadt-Internat – wird die erste Schülerin sein, die im Rahmen des Vertrags das BKO besucht. Das Vorbereitungsjahr, das alle Schüler durchlaufen müssen, hat sie fast abgeschlossen. Die junge Chinesin lernt seit eineinhalb Jahren Deutsch, mittlerweile hat sie pro Tag sechs Stunden Unterricht. Jinghao Hu  erzählt, sie würde am liebsten Medizin an den Universitäten in München oder Heidelberg studieren. Die Siebzehnjährige profitiert von den Aktivitäten des Unternehmens, das sich als Brückenbauer zwischen den Kulturen versteht.

Und das Berufskolleg Opladen freut sich laut Schulleiterin Frauke Göttsche, durch „ihre traditionell engen Vernetzungen mit Wirtschaftsbetrieben“ ein Teil dieses kulturellen Austauschs zu sein.