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Leverkusen: Berliner Platz: Kritik an Verkehrsführung

Leverkusen : Berliner Platz: Kritik an Verkehrsführung

Brenzlige Situationen am Kreisel sorgen täglich für Ärger bei Autofahrern: Ist der Kreisel nun einspurig oder doch für zwei Autos nebeneinander? Wer darf wohin abbiegen? Bezirksvertreter Hofmann will eine bessere Verkehrsführung.

Die Dorfgemeinschaft Imbach postulierte auf ihrem Karnevalswagen auf dem Rosenmontagsumzug zum Berliner Platz: "Immer im Kreisel herum, in Opladen geht der Wahnsinn um." Kommentar der Dorfgemeinschaftsmitglieder Rainer Flocke und Ernst Jancke: "Gestaltung und Verkehrsführung sind doch sehr fragwürdig."

Ähnlich sieht das auch Hans-Erich Hofmann (SPD). Der Bezirksvertreter bezieht sich vor allem auf die Verkehrsführung. "Diese und die Einfahrt in den Kreisverkehr aus der Richtung Wupperbrücke stoßen von Beginn an auf heftige und andauernde Kritik", merkt er an. Er habe allein am Mittwoch zwei Beinaheunfälle im Kreisel beobachtet. Die Kollisionen konnten "im letzten Augenblick vermieden" werden.

Aus Richtung Langenfeld führen zwei Spuren an den Kreisel heran. Im Kreisel gibt es jedoch keine Linien, Pfeile oder andere Hinweise, wie dort gefahren werden kann. "Es liegt nahe, dass die rechte Einfahrt zur Abbiegung in die Bonner Straße nach rechts führen soll", sagt Hofmann. "Jedoch nutzen viele Verkehrsteilnehmer diese rechte Spur, um trotzdem geradeaus in die Düsseldorfer Straße stadteinwärts zu fahren. Wer die linke Einfahrtspur in den Kreisel nutzt, um ebenfalls stadteinwärts zu fahren, droht mit den Nutzern der rechten Spur zu kollidieren."

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Diese Verkehrsführung hatte Verkehrsamtschef Friedhelm Laufs Ende vergangenen Jahres genannt: Der Kreisverkehr solle — auch ohne Mittellinie — zweispurig genutzt werden. Dabei sollen die auf der rechten Spur Einfahrenden durchaus nicht nur auf die Bonner Straße abbiegen können, sondern auch geradeaus in die Düsseldorfer Straße fahren dürfen — ebenso wie die, die die linke Spur nutzen, geradeaus fahren sollen können. Reinhard Gerlich von den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL) führt noch eine Variante ins Feld.

Die linke Einfahrspur sollten diejenigen nutzen, die in die Rat-Deycks- oder die Bielertstraße fahren wollen, die rechte Spur die Abbieger in die Bonner Straße und in die Düsseldorfer Straße. TBL und Verkehrsamt hätten sich den Verkehr ersteinmal einspielen lassen wollen, sagt Gerlich. Das langsame Fahren im Kreisel solle die Fahrer auch zu gegenseitiger Rücksichtnahme anregen.

Aber viel eingespielt hat sich nicht, findet auch Gerlich, "teils fahren Leute quasi diagonal über den Platz". In den Niederlanden gebe es bei den Kreiseleinfahrten Zwangsführungen, "da können Sie gar nicht mehr anders als in die vorgegebene Richtung", berichtet der TBL-Chef. Ähnlich ist es teils schon am Smidt-Kreisel in Wiesdorf. Wer vom Chempark kommend auf der rechten Spur in den Kreisel fährt, wird automatisch nur nach rechts geführt. Teils gibt es in dem Kreisel auch Linienführungen "und ein großes Schild mit den angegebenen Fahrrichtungen für beide Spuren. Das gibt es am Berliner Platz nicht", merkt Gerlich an.

Noch nicht. Denn möglicherweise ziehen die Verkehrsplaner solch einen Wegweiser noch in Betracht. "Es laufen Gespräche mit dem Straßenverkehrsamt zu einer Lösung", berichtet Gerlich. Das bestätigt auch Laufs. "Seitdem der Kreisel eröffnet wurde, stehen wir im Dialog mit dem Tiefbauamt." Bisher halte man sich an den ADAC, der keine Fahrbahnmarkierung empfehle. Es gelte: Die rechte Spur ist für die erste und zweite Ausfahrt, die linke für alle anderen. "Wir werden aber jetzt die Fahrbahnen aus Richtung Wupperbrücke markieren", sagt Laufs. Für die rechte Spur gebe es einen Pfeil nach rechts (in die Bonner Straße) und geradeaus, für die linke Spur einen Geradeaus-Pfeil. "Das könnte die brenzligen Situationen lösen", sagt Laufs. "Wir werden uns an Lösungen heranhangeln müssen." Bis März — wenn die Witterung mitspielt, vielleicht früher — soll die Markierungen aufgebracht werden.

Das dürfte Hofmann freuen. Er hatte "die Aufstellung eines Schildes mit dem Hinweis des Abbiegens in die Bonner Straße" ohne polit-bürokratischen Aufwand vorgeschlagen.

(RP/rl)