Leverkusen: Berater erwarten "Ansturm der Verbraucher"

Leverkusen : Berater erwarten "Ansturm der Verbraucher"

Heute tritt die neue Datenschutzverordnung der EU in Kraft. Verbraucherzentrale gibt Auskunft.

Strenge Regeln und mehr Rechte für Bürger. So fasst Bernhard Pilch, Leiter der Verbraucherzentrale Leverkusen, die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung zusammen, die heute in Kraft tritt.

Galt das bisherige System in den Augen vieler Bürger schon als recht verbraucherfreundlich, so hat der Gesetzgeber die Regeln jetzt nochmals zusätzlich verschärft. "Ohne Erlaubnis geht nichts mehr", unterstreicht Pilch, der sich über die aktuelle Aufgeregtheit schon etwas wundert, angesichts der Tatsache, dass das Gesetz bereits 2016 von der EU beschlossen wurde. "Die Vorgaben stärken das Recht der Verbraucher auf Auskunft, Korrektur und Sperrung sowie Löschung von Daten." Dazu kommt: "Jede Erklärung zur Datennutzung muss lesbar und verständlich sein."

Wolle ein Unternehmen die Daten einer Person verarbeiten, so müsse der Verbraucher darüber umfassend informiert werden. Das gelte explizit auch für alle Angaben wie zum Beispiel Name, Adresse, Kleider- und Schuhgröße, Beruf oder Bankdaten und IP-Adresse, die Nutzer im Internet hinterlassen. So kann unter anderem verlangt werden, Links in Suchmaschinen oder Informationen über die eigene Person auf Internetseiten löschen zu lassen, wenn Daten unzulässig verarbeitet und Verbraucher in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt würden. Das gelte ebenso für Online-Giganten wie Google und Facebook wie für jede andere Firma, die zwar nicht in der EU ansässig ist, deren Angebote sich aber an EU-Bürger richten. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. "Sanktionen können bis zu 20 Millionen Euro betragen", verdeutlicht Pilch, "dazu kommt der Anspruch auf Schadensersatz."

Überdies werde die Beweislast umgestellt: Wer Daten erhebe und verarbeite, müsse im Streitfall beweisen, dass er rechtlich einwandfrei mit den Daten umgehe, beschreibt Pilch den Kernpunkt. Umgekehrt werde es für Nutzer einfacher, Widerspruch einzulegen. Ab diesem Zeitpunkt habe eine Firma maximal vier Wochen, um den Widerspruch umzusetzen. In vielen Fällen können Verbraucher der Nutzung ihrer Daten widersprechen. Entsprechende Musterbriefe hat die Verbraucherzentrale vorbereitet und zum kostenfreien Download bereitgestellt.

Die wichtigsten Regeln gibt es bei der Verbraucherzentrale Leverkusen, Dönhoffstraße in Wiesdorf, auch zum Mitnehmen für die Westentasche. Die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale seien jedenfalls bestens vorbereitet. Pilch dazu: "Ab Freitag rechnen wir mit einem Ansturm der Verbraucher."

Informationen gibt es unter: www.verbraucherzentrale.nrw/ihre-daten-ihre-rechte.

(gkf)
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