Themenwoche Gebühren und Abgaben Beim Trinkwasser ist Leverkusen günstig

Leverkusen · Wie preiswert lebt es sich in der Stadt? Die Verbraucherzentrale hat verglichen und gibt Tipps wie man das Leben günstiger gestalten kann.

 Die Leverkusener gehen sparsam mit dem Wasser um und liegen unter dem bundesweiten Durchschnitteverbrauch.

Die Leverkusener gehen sparsam mit dem Wasser um und liegen unter dem bundesweiten Durchschnitteverbrauch.

Foto: dpa/Jens Büttner

Zugegeben: Beim Thema „Abgaben und Gebühren“ schneidet die Stadt Leverkusen im bundesdeutschen Vergleich nicht ganz so günstig ab. Andere Städte  – wie Potsdam in Brandenburg – sind Lebensmittel um zehn, Miete um 13, Transport um 39, Sport und Freizeit um drei Prozent günstiger. Umgekehrt ist die bayerische Hauptstadt München wesentlich teurer, alleine die Mietpreise liegen dort um 110 Prozent über der Norm. Und: Den Vergleich alleine an der Höhe der Hundesteuer festzumachen – seit 2018 sind in Leverkusen jährlich 156 Euro für den ersten Hund fällig – hinkt nach Ansicht von Bernhard Pilch, dem Leiter der Verbraucherberatungsstelle in Leverkusen. Denn als Indikator für die Gesamtleistung einer Stadt zählen viele weitere Faktoren. Zum Beispiel die Abgaben für Wasser, konkret für Trink- und Abwasser.

Dazu hat Pilch einige Daten und Statistiken der Stadt Leverkusen und des Bundesministeriums für Umweltschutz zu Rate gezogen. Und dabei festgestellt: Im Vergleich mit anderen Kommunen schneidet die Stadt Leverkusen nicht zuletzt wegen des Versorgungsunternehmens EVL vergleichsweise gut ab. „Beim Stromtarif EVL-Regio liegt Leverkusen im Ranking bundesweit ziemlich vorne“, stellt Pilch fest. Das gilt auch für Trinkwasserkosten. Nach aktuellen Erhebungen liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland pro Person und Tag bei 122 Litern mit sinkender Tendenz. In Leverkusen verbrauchen die Kunden mit 116 Liter etwas weniger, so dass sich ein Jahresverbrauch von 169.360 Liter oder 169,36 Kubikmeter ergibt. Die EVL berechnet 1,72 Euro je Kubikmeter.

Dazu kommen ein Jahresgrundpreis von 89,24 Euro und ein Zuschlag für jede Wohnungs- bzw. Gewerbeeinheit von 49,22 Euro. Bezogen auf einen Musterhaushalt von vier Personen kommen pro Jahr also exakt 429,76 Euro zusammen. Die Ausgaben für Abwasser werden von den Technischen Betrieben (TBL) in Rechnung gestellt, lassen sich durch Nutzung von Regenwasser allerdings reduzieren. Entsprechende Bescheinigungen stellt die Stadt Leverkusen aus.

Nun ist die Frage: Wie lassen sich weitere Kosten sparen? Die Antwort lautet: Bei städtischen Gebühren gar nicht. Also bleibt nur das Sparen am richtigen Ende, sprich beim Verbrauch. Dazu hat Pilch verschiedene Tipps:  

✰ Wasser sparen: Duschen statt baden. Durchflussbegrenzer in Duschköpfe installieren. Öfter mal die Spartaste an der Toilettenspülung verwenden.   

✰ Energie sparen: LED-Lampen installieren. Aufladbare Akkus verwenden. Wäsche stromsparend waschen und an der Luft gratis trocknen.

✰ Abfall vermeiden: Obst und Gemüse lose kaufen. Wegwerfprodukte wie Einmalrasierer meiden.  Eigenkompostierung beginnen und zugleich das Abfallvolumen um bis zu 30 Prozent und die Kosten für Entsorgung senken.

Das veränderte Verhalten führt nicht nur zu geringerem Ressourcenverbrauch, sondern ist auch hilfreich für Umwelt und Klima. Das zeigt: Klimafreundliches Leben in Leverkusen muss nicht teuer sein. Vor allem dann nicht, wenn Verbraucher verstärkt auf nachhaltige Produkte setzen, anstatt minderwertige Qualität zu kaufen.

Ein Beispiel: Werden Artikel wie T-Shirts extrem billig erworben, verschleißen sie meistens schneller und werden in Kleidercontainern entsorgt. Die Abfallmenge wächst. Insofern besteht ein Konflikt zwischen Ökonomie  – sprich Wirtschaft  – und Ökologie, also den Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und Umwelt. Mit der CO2-Abgabe sei die Politik auf dem richtigen Weg, meint Pilch. Denn der billige Preis für Produkte entsteht oft auf Kosten von anderen, etwa von Umwelt oder Billiglöhnen im Ausland.

Doch es müsse noch mehr passieren, um den von Menschen verursachen Klimawandel zu stoppen. Umkehrbar seien die Folgen, die auf uns zukämen, schon nicht mehr. „Wenn wir unser Geld ausgegeben haben, kommt es auch nicht zurück“, nennt Pilch einen Vergleich.