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Leverkusen: Beim Bauverein Opladen geht es rund

Leverkusen : Beim Bauverein Opladen geht es rund

Der Gemeinnützige Bauverein (GBO) poliert Opladen und auch einen Teil von Küppersteg ganz schön auf. Gestern bestätigten die GBO-Chefs Bernd Fass und Alexander Dederichs den Kauf der drei Häuser Kölner Straße 59 bis 63a.

Gestern, Festhalle Opladen: Die GBO-Chefs ziehen Bilanz, eine äußerst bemerkenswert gute: Es geht um das geplante Wohn- und Geschäftshaus an der Düsseldorfer Straße (neben Parkhaus Kantstraße, Baustart: im Sommer, 56 Wohnungen, 2300 qm Geschäftsfläche, Bezug: Herbst 2017), um den gerade gekauften Gebäudekomplex "Vater Jahn", Hardenbergstraße in Küppersteg (geplant: ca. 35 öffentlich geförderte Wohnungen), um das ehemalige Tankstellengelände Kölner Straße (Baustart: 2016, geplant: 650 qm Gewerbefläche, 27 Wohnungen, Kaltmiete: 5,75 Euro/qm), um den Kauf des Parkhauses Kantstraße und auch um das neueste Projekt: den Erwerb der Häuser Kölner Straße 59 bis 63 a. Der Bauverein betreibt derzeit Neubauprojekte in einem Volumen, das den Normalbürger schwindelig macht und Zweifel auslösen kann: Kann der Bauverein dies alles finanziell stemmen?

Jedes einzelne Vorhaben ist seriös durchfinanziert, bestätigen Fass und Dederichs. Dass die Genossenschaft gesund ist, belegt sie mit der gestern beschlossenen Dividende: Vier Prozent sollen die Bauvereinsmitglieder auf ihre GBO-Anteile erhalten. Eine so attraktive Verzinsung bietet eine Bank kaum.

"Leverkusen braucht mehr Wohnungen", sagt Fass und verweist auch auf eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Danach fehlen derzeit statistisch gesehen in Leverkusen 580 Wohnungen, 2020 wird sich das Minus auf 3100 Wohnungen auswachsen, wenn die Wohnungsgesellschaften nicht gegensteuern. Der Bauverein spürt eine deutliche Tendenz der Wohnsitzverlagerung vom Land in die Stadt.

Auch geben mehr Senioren ihr Eigentum auf, um in eine Mietwohnung zu ziehen: zentral gelegen, gern mit Bushaltestelle und Geschäften vor der Tür. Moderne Fenster- und Bautechnik schützen vor Straßenlärm. Die Reaktion der Mieter gibt dem GBO recht: Das gerade fertig bezogene Gebäude am (lauten) Busbahnhof Opladen war sofort vermietet, für die 55 Wohnungen des Neubaus Düsseldorfer Straße (am Parkhaus Opladen) gibt es rund 200 Interessenten.

Die gerade gekauften bzw. noch zu erwerbenden Häuser an der Kölner Straße 59-63a (Frontlänge: ca. 45 Meter) sollen abgerissen und durch Wohn- und Geschäftsbauten ersetzt werden. Hinter den Gebäuden liegen noch große Flächen, die sich ebenfalls nutzen lassen. Der Kauf ist auf Vorrat, mit einem Abriss und Neubau rechnet Bernd Fass frühestens in vier bis fünf Jahren.

Heute verfügt der Bauverein über 1800 Wohnungen, mit den geplanten Bauten wird die 2000er Marke geknackt. Nachmieter zu finden sei kein Problem, sagte Fass gestern auf der Mitgliederversammlung in der Festhalle. Die Gewerbeeinheiten des Bauvereins werden von der Tochterfirma "GBO-Dienste" verwaltet. Die Bauvereinsmitglieder hatten gestern keine Fragen an den Vorstand, der einstimmig entlastet wurde. Für Aufsichtsrat Ernst Lange gab es die Wiederwahl.

(RP)