Bei der 15. Leverkusener Kunstnacht gibt's Kultur an 53 Schauplätzen

15. Leverkusener Kunstnacht : Von Schattenreichen und Bunkerkünstlern

Zur 15. Auflage legt die Kunstnacht nochmal zu: 53 Orte in der Stadt werden am Freitag zu kleineren und größeren Kulturtempeln. Vom Schloss bis zur ehemaligen Brennerei, vom Architekturbüro bis zur historischen Scheune. Malerei, Skulpturen, Papier-, Holz-, Ton-, Foto- und Lichtarbeiten, Poesie und Literatur, Tanzperformance und Musik sind zu bestaunen. Und obendrein auch in den Bussen, die bestimmte Touren abfahren. Ein Abend voller Genüsse für Kunstliebhaber und solche, die es danach gewiss sind.

Die Kunstnacht, die am Freitagabend (11. Oktober) zum 15. Mal stattfindet,  muss man in Leverkusen eigentlich nicht mehr erklären. Mehrere Tausend Menschen machen sich jedes Jahr auf den Weg, wenn Museen, Ateliers und Galerien am Abend öffnen, wenn parallel Kunst in  Kirchen und Kneipen, öffentlichen Gebäuden und Kulturstätten, in Unternehmen wie Sparkasse oder EVL oder in Vereinen und Privathäusern präsentiert wird. Und eigentlich schaffen sie es nie, alle interessanten Orten zu besuchen, die sie auf der persönlichen Hitliste angekreuzt haben. Dieses Jahr wird die Wahl noch schwerer, denn inzwischen stehen 53 attraktive Haltepunkte auf dem Faltplan mit Kurzbeschreibung und Busrouten, den man bei allen Teilnehmern bekommt.

Die teilnehmenden Orte sind durch einheitliche Fahnen mit dem Kunstnacht-Logo zu erkennen. Weil an vielen Stellen gleich mehrere Künstler recht unterschiedliche Werke ausstellen, ist das Angebot in Wirklichkeit noch größer. Ganz neu ist in diesem Jahr nur die Adresse Edelrather Weg 168b, wo Sabine Hoffmann, Jan Lukat und Bernd Knieper eine Verbindung von Kunst und Architektur im ehemaligen Restaurant Gerfer zeigen. Aber mehrere Orte sind nach einer Pause wieder dabei, so wie die Doktorsburg, das K1 an der Hauptstraße 135, die Tanzstelle in Opladen, das Hitdorfer Atelier von Helga Santel oder die Galerie im Forum. Dort setzt die AG Leverkusener Künstler 20 Künstlerfahnen zum 50. Forum-Jubiläum, und im Restaurant mattea sind Illustrationen in Hand- und Fußabdrucktechnik zu sehen.

Viele Kunst-Präsentationen sind mit Musik- oder anderen Aufführungen verbunden und an den meisten Stellen werden Besucher in der Kunstnacht auch bewirtet. Den Startschuss gibt der Oberbürgermeister wie immer um 18 Uhr im Museum Morsbroich, wo an diesem Abend parallel zur bereits laufenden Ausstellung „Francis Alys  – The private View“ die Schau von Simon Schubert „Schattenreich“ in der Grafiketage eröffnet wird. Es gibt Kurzführungen und um 22 Uhr eine Taschenlampenführung durch den Skulpturenpark. In der Museumspädagogik, im Kunstverein und dem Gartensaal wird ebenfalls Kunst präsentiert.

Die meisten Kunstnacht-Orte liegen in Schlebusch, Opladen und Wiesdorf, aber die Fahrt nach Hitdorf und Bergisch Neukirchen lohnt sich ebenfalls, weil man dort jeweils an vier Stellen einkehren kann. Wie gehabt fahren zwischen 18 und 1 Uhr vier Shuttlebuslinien die Orte an. Dank Sponsoren (EVL, Sparkasse, Wupsi, Taxi-Ruf) ist die Fahrt auch im 15. Jahr kostenlos. Dazu gibt es auch noch kulturelle Überraschungen in Form von Musik und Comedy in den Bussen. Auch der Eintritt zu den Kunstorten ist frei.

Kult ist die Rausschmeißerlesung zum Abschluss im Opladener Künstlerbunker, wo die Galerie und sämtliche Ateliers geöffnet sind. Peter Kaczmarek liest dort ab 23.45 Uhr die schlechtesten Texte des Jahres. Und eine zweite Tradition hat sich bereits etabliert: Die „Predigt à la carte“, die Pfarrer Heinz-Peter Teller ab 20.45 Uhr in der Remigiuskirche spontan und auf Zuruf der Gäste hält.

Die Künstlervereinigung Spektrum eröffnet in der Kunstnacht, parallel zur Jahresausstellung in der eigenen Galerie, Kunst in Schaufenstern der Schlebuscher Fußgängerzone.

Um 18 Uhr startet vor dem Museum Morsbroich die Kunstnacht-Radtour des ADFC- Leverkusen. Die Radtour geht über ausgewählte Ziele über ca. 20 Kilometer bis maximal 22 Uhr. Tourenleitung: Gerti Völker, Email: gerti.voelker@adfc-lev.de. Teilnahme frei, Bedingung: ein fahrtaugliches, mit Licht ausgestattetes Rad.

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