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Bebauungspläne in Leverkusen-Küppersteg: Investor entkräftet Kritik

Wohnungsbau in Leverkusen-Küppersteg : Friedhof Reuschenberg: Investor entkräftet Kritik

Der Leverkusener Frank Arentz will Wohnraum schaffen. Dass dafür Steinmetz und Café weichen müssen, wie Kritiker fürchten, sei falsch, sagt der Investor und erläutert seinen Teil des Bauvorhabens.

Bürgerprotest, etwa in Form von Petitionen, findet Frank Arentz im Grundsatz gut. Damit Leute gehört werden, sagt er. Und schiebt ein Aber hinterher: „Die Informationen müssen dann auch stimmen.“ In seinem Fall stimme nicht alles, was die frisch gegründete Bürgerinitiative Reuschenberg äußere, ergänzt er.

Der Leverkusener bezieht sich auf eine mögliche Bebauung am Friedhof Reuschenberg, gegen die sich die Bürgerinitiative gegründet hat und derzeit Unterschriften sammelt – auf Papier und virtuell auf der Plattform OpenPetition. Initiiert hat sie die Leverkusenerin Claudia Steguweit, deren Familie den Blumenladen nahe des Friedhofseingangs betreibt (wir berichteten).

Frank Arentz ist einer der beiden Investoren, die auf Flächen neben dem Friedhof Wohnbebauung errichten wollen. Arentz schlägt Politik und Stadt für seinen Bereich zwölf Reihenhäuser vor. „Das wäre die Vollausnutzung des Grundstücks. Ob es so kommt oder das Bauamt beim Prüfen der Pläne sagt, es sollen lieber nur acht Reihenhäuser sein oder etwas anderes oder auch nichts und das Schottergelände bleibt ein Schottergelände, das muss man abwarten.“ Denn für eine Wohnbebauung muss der Bebauungsplan geändert werden. „Derzeit ist auf den Grundstücken nur friedhofsnahe Nutzung zugelassen, also etwa Steinmetz, Gärtnerei, Café“, fasst der Leverkusener Geschäftsmann zusammen. Und genau da fürchtet die Initiative ein Problem, nämlich, dass Café und Steinmetz der Wohnbebauung weichen müssen. Frank Arentz, dem die Geschäftsräume gehören, weist das strikt zurück: „Alle Mietverträge verlängern sich automatisch, es sei denn, sie werden von Mieterseite gekündigt. Warum sollte ich dem Grabmalhändler, der seit zwölf Jahren ein sehr guter Mieter ist, denn sagen, er muss wegziehen? Das wäre unsinnig.“

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Die Initiative fürchtet um den Ort der Stille, führen die Bürger weiter an. „Ruhig ist es dort für Anwohner aber nicht unbedingt, alle zwei Minuten fährt die Deutsche Bahn vorbei.“ Durch die Bebauung würde an einem Teil des Mühlenweges sogar noch Schall von der Bahn weggenommen werden, unterstreicht er.

Und auch die Parkplatzsituation sieht Arentz, etwas anders als die Petitenten: Natürlich gebe es in dem Bereich zwischen Friedhofsvorgelände und Wildpark Reuschenberg viel Verkehr, speziell Parkplatzsuchverkehr und den vor allem an den Wochenenden. wenn der Tierpark intensiv besucht werde. Durch die Wohnbebauung werde er aber nicht unbedingt mehr.

Denn Arentz und der zweite Investor, der drei Mehrfamilienhäuser samt Tiefgarage plant, wollen auf ihren Grundstücken der Stadt auch öffentliche Parkplätze zur Verfügung stellen. Arentz spricht für sein Areal von 14 öffentlichen Stellplätzen. Beim zweiten Investor könnten es bis zu 35 sein, insgesamt so möglicherweise an die 50 Plätze. „Wir versuchen, das doch alles im Konsens zu regeln“, betont der Leverkusener.

Dass alles heimlich geschehe, wie es die Initiative kritisiert, sieht er nicht. „Das ist ein ganz normaler Vorgang: Erst geht alles in die Bezirksvertretung, dann in den Stadtrat, dann an das Bauamt, was sich intensiv mit den Baukörpern beschäftigt.“