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Leverkusen: Bayer-Symposium mit 380 Forschern

Leverkusen : Bayer-Symposium mit 380 Forschern

Mit einem Symposium unter dem Titel "Science for a better life" rundet Bayer zurzeit die Eventfolge angesichts des 150-jährigen Bestehens ab. Im Kasino diskutieren bis heute Forscher aus 60 Universitäten weltweit.

Sie wuchs als Tochter eines Maschinisten in Westlondon auf. Als erstes Mitglied ihrer Familie schaffte sie den Sprung an die Universität und studierte am St Hilda's College in Oxford, wo sie in Pharmakologie promovierte. Gestern trat Susan Adele Greenfield als Baroness im Bayer Kasino ans Rednerpult — sie war der Top-Vortragspunkt beim Bayer-Wissenschafts-Symposium "Science for a better life."

Susan Greenfield zählt laut der britischen Zeitung The Guardian zu den einflussreichsten Frauen Großbritanniens. Ihr Spezialgebiet ist die Physiologie des Gehirns mit den Forschungsgebieten Parkinson und Alzheimer. Mit ihren Büchern, Radiobeiträgen, Fernsehsendungen und Interviews setzt sie sich für ein breiteres öffentliches Verständnis der Wissenschaften ein.

Und das tut sie mit viel Charme: Es dauerte keine zwei Minuten, da hatte sie die Lacher der rund 380 Wissenschaftler aus 14 Ländern schon eingeheimst, als sie betonte: "Wenn ich mich für etwas begeistere, rede ich immer sehr schnell, dann müssen Sie mich bremsen — meine Mutter macht das auch."

Angesichts der Verdienste, die die 63-jährige Rektorin der Heriot-Watt Universität in Edinburgh erworben hat, keine Bitte, der man einfach so nachkommt. Schließlich hat Susan Greenfield so einiges vorzuweisen, das einen zunächst einmal ehrfürchtig Abstand nehmen lässt:

- 1994 hielt sie als erste Frau den renommierten Weihnachtsvortrag der Royal Institution of Great Britain

- 2000 wurde sie für ihre Verdienste zur Popularisierung der Wissenschaften zum Commander of the Order of the British Empire (CBE) ernannt

- 2001 wurde sie als Baroness Greenfield in den Adelsstand erhoben

- 2003 erhielt sie den Orden der französischen Ehrenlegion

Ihr Auftritt im Bayer-Kasino fesselte, weil sie es vermochte, die Kreativität dreier so unterschiedlicher Charaktere wie Albert Einstein, Wolfgang Amadedus Mozart und William Shakespeare über die Hirnforschung vergleichbar zu machen und dabei Fachpublikum wie auch wissenschaftliche Laien zu fesseln.

Das sah vor allem Bayer-Konzernchef Marijn Dekkers gerne — dient das zweitägige Symposium doch auch dazu, "die Partnerschaften und Netzwerke von Bayer zu Forschungsinstituten und Universitäten zu verstärken".

Den eigenen Wissenschaftlern —etwa denen, die über zwölf Jahre hinweg den neuen Exportschlager Xarelto erforschten — wünschte Dekkers gestern übrigens vor allem mehr Anerkennung.

Das Anliegen kleidete er in eine rhetorische Frage: "Sie kennen den Hersteller Ihres Mobiltelefons, die Marke Ihres Autos — aber kennen Sie auch den Namen der Firma, deren Medikament Ihnen Ihr Arzt verschrieben und das Sie gesund gemacht hat?"

(RP)