Leverkusen: Bayer strebt eine Milliarde mehr Konzernumsatz an

Leverkusen : Bayer strebt eine Milliarde mehr Konzernumsatz an

42 statt der im Frühjahr avisierten 41 Mrd. Euro sollen Ende 2014 unterm Strich stehen. Grund: die vielversprechenden aktuellen Zahlen.

Ein ganz kleines bisschen hat auch die Riesenpackung Aspirin die Stadtdechant Heinz-Peter Teller als Geschenk zur Amtseinführung von Erzbischof Woelki gekauft hat, dazu beigetragen, dass Bayer-Chef Marijn Dekkers gestern durchweg positive Zahlen zum dritten Quartal zu verkünden hatte (der Umsatz von Aspirin Cardio zur Herzinfarkt-Sekudärprävention stieg um 13,3 Prozent, obwohl Teller sicher dem Erzbischof keine spezielle Cardio-Tablette überreicht haben dürfte). In Kürze: Alle Teilkonzerne verzeichnen ein Umsatzplus, CropScience und Pharma sind prozentual zweistellig gewachsen, der Konzernumsatz ist um 5,6 Prozent auf 10,187 Milliarden Euro gestiegen, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 1,4 Prozent auf 2,011 Milliarden Euro, das Konzernergebnis um 12,7 Prozent auf 826 Millionen Euro.

"Kräftige Umsatzzuwächse haben wir mit unseren neueren Pharma-Produkten sowie im CropScience-Geschäft in Nord- und Lateinamerika erzielt", betonte der Vorstandsvorsitzende gestern. Und - endlich - gab's auch wieder gute Nachrichten für die Noch-dritte-Sparte des Konzerns: MaterialScience habe ebenfalls erfreulich zugelegt, sagte Dekkers. Die Umsätze stiegen in allen Bereichen. Dekkers sprach von verbesserter Nachfrage der Kunden in nahezu allen Hauptabnehmerbranchen.

Dennoch: Abgelöst vom Konzern wird MaterialScience so oder so. Bis Mitte 2016 soll es ein eigenständiges Unternehmen werden. Über einen Börsengang. Bei den Vorbereitungen dazu sei man im dritten Quartal gut vorangekommen, hieß es. "Wir sind überzeugt, dass diese strategische Entscheidung sowohl für Bayer als auch für MaterialScience positiv ist und es beiden Geschäftsteilen ermöglicht, langfristig Wert zu schaffen. Dabei entstehen zwei globale Top-Unternehmen", zitierte Dekkers sich gestern selbst. Denn das hatte er schon bei der Verkündung der Abtrennung von BMS im September betont.

Gut vorangekommen war Bayer im vergangenen Quartal auch bei der mittlerweile abgeschlossenen Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co.. Durch die Übernahme wird Bayer nach eigenen Angaben im Geschäft mit rezeptfreien Produkten (OTC) zum weltweit zweitgrößten Anbieter.

Positive Zahlen und erfolgreiche Übernahme - das inspirierte Bayer dazu, die Jahresprognose für 2014 anzuheben - obwohl das erfahrungsgemäß schwächste Quartal der Wirtschaft gerade begonnen hat. Bayer geht aber für das vierte Quartal selbst bei BMS von einer "leichten" Steigerung des Umsatzes aus.

Der Konzern will insgesamt den Umsatz um rund sechs Prozent steigern und einem Konzernumsatz von rund 42 Milliarden Euro erreichen - eine satte Milliarde mehr als bei der ursprünglichen Prognose. Für das Ebitda plant Dekkers eine Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich - bisher: im unteren bis mittleren Bereich.

Vielleicht braucht der neue Erzbischof bis Jahresende auch nochmal ein paar Aspirin.

Hier geht es zur Infostrecke: Chronik zu 150 Jahre Bayer: Von der Farbenfabrik zum Weltkonzern

(RP)
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