Bayer-Männerchor mit Dudelsackband und Tanzpaaren

Bayer-Männerchor : Männerchor mit Dudelsackband und Tanzpaaren

Die Rechnung, die Harald Jüngst aufgemacht hatte, ist aufgegangen. Der neue Dirigent des „neuen“ Männerchores Bayer Leverkusen hatte schon vor dem Konzert „Thank you for the Music“ gesagt, man müsse mehr bieten als nur Gesang.

„Es war eine gute Entscheidung, dass Sie heute Abend hergekommen sind“, sagte Vorsitzender Uwe Fuhrmann zur Begrüßung. Und er behielt Recht. Denn die Gäste im nahezu ausverkauften Erholungshaus erlebten einen abwechslungsreichen Abend.

Als die ersten festlichen Töne der „Klänge der Freude“ (Edward Elgar) erklangen, war es schwer, sich der Faszination zu entziehen. Sauber in den Endungen, fein herausgearbeitet durch große dynamische Spannbreite vom zurückhaltenden Piano bis zum dramatischen Fortissimo, legten Chor und Dirigent einen großartigen Start hin. Auffallend war überdies, dass die Sänger seltener in die Noten blickten, stattdessen mehr und aufmerksamer auf ihren Dirigenten achteten.

Auch bei den folgenden Stücken „Landerkennung“ (Edward Grieg) und „Exodus“ (Ernest Gold) bestach der Chor durch stimmliche Klarheit, akkurate Intonation und präzise Einsätze. Die intensive Probenarbeit hatte sich ausgezahlt. Apropos Proben: Vorstandsmitglied Alfred Ulrich schilderte, dass die Probenteilnahme von zuletzt 70 auf inzwischen 90 Prozent gestiegen sei.

Abwechslungsreich ging es weiter mit Solistin Ute Eisenhut, Vizechorleiterin des ebenfalls von Jüngst geleiteten Ruhrkohle-Chores, die obendrein ihr schauspielerisches Talent demonstrierte, als sie Titel wie „Nur nicht aus Liebe weinen“ oder das „Schwipslied“ (Johann Strauß) zum Besten gab. Bassist Dietrich Kämmler bewies mit seinem gerne und oft gesungenen Solotitel „Ol’ man river“, dass er auch nach 47-jähriger Zugehörigkeit zum Bayer-Männerchor noch immer gut bei Stimme ist.

Die Düsseldorfer Dudelsackband „Rhine Area Pipe and Drums“ sorgte mit Melodien wie dem irischen Regimenter-Marsch „Killaloe“ oder „I am sailing“ von Rod Stewart – hierzulande bekannter durch die Bläck Fööss-Version „Dat is Heimat“ – für weitere musikalische Höhepunkte. Obwohl die Männer während dieser Zwischenspiele eine längere Pause in Kauf nehmen mussten, hatte deren Spannung nicht nachgelassen. Vielmehr überzeugten sie noch vor der Pause mit dem „Donauwalzer“ (Johann Strauß) auf der ganzen Linie.

Mit Blick auf die beiden Tanzpaare der TSG Leverkusen wähnten sich die Zuschauer beinahe wie beim Opernball in Wien. Die Leute waren begeistert. Einziges Manko: Die Ansagen von Moderator Gisbert Baltes rund um das 70-jährige Bestehen des Deutschen Grundgesetzes waren zwar interessant, dennoch etwas zu langatmig.

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