Bayer Kultur veröffentlicht Spielplan 2019/2020

Spielplan Bayer Kultur : Die Suche nach der Identität mit Bayer Kultur

Im Spielplan für die Saison 2019/2020, der jetzt vorgestellt wurde, treffen die 70er auf Bauhaus, Theater auf Klassik und Lesung.

Fragen nach der eigenen Identität aufwerfen, das Nachdenken über die unterschiedlichen Rollen und Perspektiven des Lebens sind eigentlich ursächliche Aufgabe von Kultur. Insofern tangieren eigentlich sämtliche Angebote, die Bayer Kultur jetzt im neuen Spielplan für die Saison 2019/20 vorstellte, den selbst gewählten Themenschwerpunkt „Identität“. Ein zweiter lautet „Gender-Revolution“, und dazu gibt es in sämtlichen Sparten interessante Aspekte.

Angefangen mit dem Blick auf die befreienden 60er und 70er Jahre, die in der ersten Erholungshaus-Ausstellung der nächsten Saison in Performance- und Medienkunst von Ulrike Rosenbach, eine der wichtigsten feministischen Künstlerinnen, sichtbar werden. Ihre Arbeiten begegnen zwei weiteren Identitäten der nächsten Generation (Mwangi Hutter und Johanna Reich) und schaffen gemeinsam das Ambiente für die Eröffnungsparty im Stil der 70er am 7. September. Dieses Mal könnte Orange die passende Farbe sein zum Disco-Fieber im „Studio 37“.

Leiter Thomas Helfrich weist darauf hin, dass ein Retro-Kostüm auch noch beim darauffolgenden Wochenende getragen werden kann, wenn KulturStadtLev zum Festwochenende anlässlich des 50. Forum-Jubiläums einlädt. Es gibt weitere Gemeinsamkeiten der beiden Kulturanbieter wie die Reihe Konzerte Leverkusener Musiker oder Silvester-/Neujahrskonzerte und die „Rocky Horror Show“, die KSL zu Spielzeitbeginn und Bayer Kultur – in einer anderen Inszenierung – zum Schluss der Saison bietet.

Ansonsten ergänzen sich die Programme. Für Rainer Ernst Ohle, der auf fast 38 Jahre Theaterarbeit im Erholungshaus zurückblicken kann, ist es die Abschiedssaison, nach der er in den Ruhestand wechselt. Dazu hat er noch einmal langjährige Partner eingeladen. Beispielsweise Dominique Horwitz mit einem eingedampften „Sommernachtstraum“ oder den 80-jährigen Günter Lamprecht und Christian Brückner mit einer Konzert-Lesung.

Im Theatermix findet sich auch der Stoff des Fassbinder-Stückes „Tropfen auf heiße Steine“, bei dem Philipp Arnold, Sohn der Betriebsausschuss-Vorsitzenden von KSL, am Deutschen Theater Berlin Regie führte.

Bayer Kultur verstand sich nie als reiner Kultur-Bahnhof, wo Veranstaltungen auf- und abgeladen werden, betont Ohle. Neben kreativen Mitmach-Angeboten sowie Programm für Kinder und Jugendliche, wurden im Hause auch Kontakte zwischen Künstlern und Bühnen geknüpft und Produktionen von der Idee bis zur Uraufführung in Leverkusen begleitet.

Für ein solches Erlebnis wird das Orchestra in Residence „l’arte del mondo“ sorgen. Leiter Werner Ehrhardt hat eine nie aufgeführte Oper mit einem Goethe-Libretto (Scherz, List und Rache) aufgetan, die Ende November bei Bayer aus der Taufe gehoben und vom WDR 3 mitgeschnitten wird.

Die start-Künstler Tobias Feldmann und Sandro Roy spielen (im zehnten Jahr der Bayer Nachwuchsförderung) gemeinsam mit dem Concertgebouw Kammerorchester Brahms Doppelkonzert für zwei Violinen. Ein Höhepunkt im Konzertangebot mit Namen wie Xavier de Maistre, Christian Zacharias und den Brüdern Lucas und Arthur Jussen als Pianistenduo. Die Bayer Philharmoniker spielen einen Mix aus Hörerwünschen von Radio Leverkusen. Schuberts „Winterreise“ wird in der Gender-Saison von der Sopranistin Juliane Banse gesungen und von einem Tänzer visualisiert, am Klavier begleitet von Ex-start-Künstler Alexander Krichel.

Um Frauen und Bauhaus geht es in der brandneuen Choreografie des Leverkuseners Philippe Kratz, der sich in 14 Tagen erstmals als Teil der Bayer-Familie vorstellt. Das neue Stück ist in einem knappen Jahr zu sehen. Außerdem gibt es im Tanz eine Koproduktion der Compagnie-Leiter Attou/Merzouki, Gastspiele der Compagnie Georges Momboye, der Nadine Linning Dance Company und der New Zealand Dance Company. Beim Tanz-Kränzchen im November und zum Tanz in den Mai dürfen Besucher wieder selbst aufs Parkett.

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