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Bayer-Konzern plant Neubau in Leverkusen

Bilanzzahlen des Pharma- und Agrarkonzerns von Krise gebeutelt : Bayer plant Neubau in Leverkusen

Details zu den Produkten, die dann in Leverkusen hergestellt werden, nannte Konzernchef Werner Baumann nicht, ebenso wenig Investitionssummen. Eine Entscheidung, ob Leverkusen in der Endfertigung des Vakzins von Curevac eine Rolle spielt, ist noch nicht gefallen.

Hätte Bayers Bilanz-Vorstellung wie in Vor-Corona-Jahren im BayKomm stattgefunden, die Journalisten hätten sich nicht gewundert, wenn Konzern-Chef Werner Baumann in schwarzem statt im sonst gern genommenen grauen Anzug erschienen wäre. Als optische Untermalung der Zahlen. Denn die sind für den früheren Kassenprimus im Dax eher mau ausgefallen. Seit Jahren hat das Unternehmen an den Folgen (Glyphosat-Rechtsstreit) der Monsanto-Übernahme zu knabbern, dazu kam 2020 die Pandemie, unter anderem mit „Social Distancing“ – Folge: Weniger Erkrankungen und OPs gleich weniger Absatz von Arzneimitteln.

Kasino-Kantine Sichtbarer Nebeneffekt der Pandemie: Im Bayer Kasino an der Kaiser-Wilhelm-Allee blieben die Kantinengäste aus. „Wegen des Home-Office gab es keine Auslastung“, merkte Baumann an. Dennoch: Anders als andere Konzerne habe Bayer keine staatlichen Hilfen in Anspruch genommen und auch keine Kurzarbeit eingeführt. „Im Gegenteil, wir sind in Vorleistung gegangen. Bayer hat weltweit 30 Mio. Euro Sach- und Geldspenden geleistet, Expertise und Experten unentgeltich zur Verfügung gestellt.“

Erholungshaus So auch das Erholungshaus in Wiesdorf: Das hat Bayer für ein Jahr der Stadt als Impfzentrum überlassen. Die Bayer Kultur, wenn sie wieder anläuft, muss an andere Orte ausweichen. Möglicherweise auch für länger. „Sollte das Erholungshaus über das Jahr hinaus gebraucht werden, stellen wie es weiterhin zur Verfügung“, betonte Baumann.

Anlagen im Chempark Und zur Verfügung stünden in Leverkusen auch die Formulier- und Verpackungsanlagen für die Endfertigung von Corona-Impfstoff. Anfang des Jahres hatte Bayer bestätigt, sich die Produktion des Vakzins der Tübinger Firma Curevac zuzutrauen. 2022 sollen 160 Millionen Dosen des mRNA-Impfstoffs vom Band laufen, wiederholte am Donnerstag Bayers Finanzchef Wolfgang Nickl. Die ersten Chargen schon in diesem Jahr – „wenn alles gut läuft“, ergänzte Baumann. Er gab sich danach aber eher schmallippig, was Leverkusen betrifft: „Wir könnten hier abfüllen. Aber es ist noch keine Entscheidung dazu gefallen.“

Neubau Der Konzern plant für den Standort einen „Neubau für Produkte aus Leverkusen“. Um was es sich handelt – außer dass es um Feststoffe geht – mochte der Manager noch nicht verraten. Ebenso wenig eine Investitionssumme.

Kennzahlen
Konzernumsatz: 41,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 43,5)

Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen): 11,5 Mrd. (11,5)
Konzernergebnis: -10,5 Mrd. (4,1)
Dividende zwei Euro (2,80)
Mitarbeiter: 99.500 (Leverkusen: 7600)