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Leverkusen: Bayer forciert seine Krebsforschung

Leverkusen : Bayer forciert seine Krebsforschung

Bayer will seine Krebsforschung mit neuen Therapie-Verfahren vorantreiben. Von der US-Biotechfirma Seattle Genetics erwarb der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Nutzungsrechte für eine Technik, mit der zellzerstörende Wirkstoffe erst in der Krebszelle freigesetzt werden, wie Bayer am Dienstag mitteilte.

Durch das Verfahren sollen gesunde Zellen verschont und viele der Nebenwirkungen herkömmlicher Chemotherapien mit Zellgiften vermieden werden. Bayer sei für die Entwicklung und Vermarktung der daraus hervorgehenden Produkte verantwortlich. Die US-Firma soll zunächst Zahlungen in Höhe von bis zu 20 Millionen Dollar erhalten. Darüber hinaus winken Seattle Genetics weitere bis zu 500 Millionen Dollar, die sich aus Meilensteinzahlungen für das Erreichen von Entwicklungszielen und Umsatzbeteiligungen zusammensetzen. Seattle Genetics ist auf Krebstherapien spezialisiert, die auf Antikörper basieren. Das Unternehmen arbeitet auch mit den US-Pharmakonzernen AbbVie und Pfizer sowie Daiichi Sankyo aus Japan zusammen.

Die Krebsmedizin ist einer der Schwerpunkte von Bayer im Pharmageschäft. Mit seinem Medikament Nexavar gegen Nieren- und Leberkrebs erzielte der Konzern 2012 Umsätze von 792 Millionen Euro. Zu den Hoffnungsträgern gehört die in mehreren Ländern bereits zugelassene Arznei Stivarga gegen Magen-Darm-Tumore, die auf einer Schwestersubstanz des Nexavar-Wirkstoffs aufbaut. Ihr traut Bayer Spitzenumsätze von rund einer Milliarde Euro im Jahr zu. Im Mai bekam Bayer in den USA die Zulassung für das Medikament Xofigo zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs. Auch Xofigo soll in der Spitze einmal auf Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Euro kommen.

(REU/irz)