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Leverkusen: Bayer baut Kita an der Einflugschneise

Leverkusen : Bayer baut Kita an der Einflugschneise

Um mehr Beschäftigten mit Kindern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, will der Bayer-Konzern am Kurtekottenweg einen achtgruppigen Kindergarten (natürlich auch für Kinder unter drei Jahren) bauen.

Der Standort an der Zufahrt zum Flughafen Kurtekotten liegt in der Nachbarschaft zur dreigruppigen Lanxess-Kita für 60 Kinder, die derzeit schon erstellt wird und dieses Jahr in Betrieb gehen soll. Die Politiker des Bau- und Planungsausschusses sollen für das Bayer-Projekt am 25. Februar in öffentlicher Sitzung die Grundlagen für das Baurecht beschließen. Der Entwurf des Bebauungsplanes soll dann einen Monat für die Bürger zur Information ausliegen, schreibt die Stadt.

Das Bayer-Kita-Projekt ist ein Vorhaben mit Hindernissen. Die Einrichtung soll nach den Vorstellungen der Verantwortlichen so günstig in der Nähe des Chemparks liegen, dass die Eltern bei der Fahrt zur Arbeit die Kinder ohne große Umwege abgeben können. Der erst favorisierte Standort an der Kaiser-Wilhelm-Allee wurde verworfen, weil es Sicherheitsbedenken wegen der Nähe zum Chempark gab. Die Lage Kurtekottenweg dagegen verstößt nach Meinung von Bayer und Stadt nicht gegen die besonderen Schutzvorschriften der "Seveso-Richtlinien", die Abstandsregeln zwischen sensiblen Einrichtungen und gefährlichen Anlagen beschreibt.

Vor der Entscheidung für den Standort Kurtekottenweg untersuchte Bayer potenzielle Kita-Bauplätze, die alle aber ausschieden:

Erholungshauspark: ungeeignet wegen der Bäume und des Denkmalschutzes

Albert-Einstein-Straße/Neulandpark: zu klein, Hindernis durch den "Biokanal"

Niederfeldstraße: ungeeignet, weil zu nah am Chempark

Edith-Weyde-Straße auf Flächen neben Audi-Zentrum: auch zu nah am Chempark. Der Bayer-Bau am jetzigen Standort würde wahrscheinlich ebenfalls nicht genehmigt, wenn da nicht schon die Theodor-Fontane-Schule und der DRK-Kinderhort stünden. Die neue Bayer-Kita wird deshalb juristisch fein formuliert als "keine neue Entwicklung im Sinne der Störfallverordnung" gewertet. Mittelfristig ist übrigens laut Stadt die Schließung der DRK-Einrichtung denkbar.

(RP)