Leverkusen/Paris: Bayer 04: Polizei-Kontrollen sorgen für Unmut bei Fans

Leverkusen/Paris: Bayer 04: Polizei-Kontrollen sorgen für Unmut bei Fans

Mit dem Auftreten auf dem Platz waren sie zufrieden. Was sich abseits davon beim Champions-League-Spiel von Bayer 04 bei Paris St. Germain abspielte, hinterließ bei Verantwortlichen des Werksvereins aber einen faden Geschmack.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht über die Fans, denn sie wussten, dass wir uns heute gut benehmen müssen, sie wussten, dass wir die Extra-Karten nur bekommen habe, weil ich mein Wort gegeben habe, dass wir uns gut benehmen", sagte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade zum Abbrennen von Pyrotechnik während der Partie im Bereich der Leverkusener Anhänger. Für sie hatte der Verein zuletzt über die zunächst bewilligten 1600 Karten weitere 300 Tickets bei den Gastgebern besorgt.

Zuvor hatte das restriktive Vorgehen der französischen Polizei für Unmut im Leverkusener Fanlager gesorgt. Unabhängig von dem, was beide Vereine im Vorfeld im Rahmen ihrer Sicherheitsbesprechungen vereinbart hatten, kontrollierten die Beamten sämtliche Bayer-Fanbusse mit massivem Aufgebot an mehreren Stellen und leiteten diese auf direktem Weg zum Stadion in Paris.

Auf den Parkplätzen hätten die Fans zum Teil mehrere Stunden festgesessen; Besuche der Stadt wurden ihnen untersagt, hieß es. Gegen dieses Vorgehen protestierten Anhänger, indem sie erst zehn Minuten nach Anpfiff ihre Plätze im Unterrang einnahmen. Bei Bayer sorgte das Vorgehen der Polizei für einige Verwunderung. "Aber unsere Anhänger haben sich in der Situation vorbildlich verhalten", lobte Kommunikationschef Meinolf Sprink. Fan-Vertreter kündigten an, zu einem späteren Zeitpunkt Stellung zu den Vorfällen zu beziehen.

Auch die deutsche Bundespolizei kontrollierte im Vorfeld der Partie Busse der Leverkusener. Dabei wurden Sturmhauben, andere Vermummungsgegenstände, Pyrotechnik, Zahnschutz und Pfefferspray in einem Fahrzeug sichergestellt, elf gewaltbereiten Fans die Ausreise nach Frankreich verboten. In einem Fanbus wurde eine Person wegen eines bestehenden Haftbefehls festgenommen. Insgesamt kontrollierte die Polizei 800 von rund 2200 Fans auf Bahnhöfen und Autobahnen.

Vor drei Wochen war es im Vorfeld des Hinspiels zu ähnlichen Aktionen gekommen. Da hatte die Polizei unter anderem drei Busse mit gewaltbereiten französischen Fans gestoppt und 170 Anhänger nach Frankreich zurückgeschickt.

(zill)
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