Bayer 04 Leverkusen - Saisoneröffnung 2018/19 im Neulandpark in der Kritik

Bayer 04 : Schöne Saisoneröffnung mit Eintrübung

Autogrammjäger kamen auf ihre Kosten, Selfiejäger nur bedingt bei der Werkself-Party. Die fand zum ersten Mal im Neulandpark statt. Aber der Ort ohne richtigen Vereinsbezug kam nicht bei jedem Fan gut an.

Unter einem Sonnenschirm im Neulandpark hatte sich eine Gruppe Senioren am Sonntag in den Schatten gestellt und beobachtete die Szenerie. Und das durchaus kritisch. Ingrid Schöller war schon in der Oberliga Unterstützerin der Werkself, seit 70 Jahren geht die 81-Jährige ins Stadion. Sie ließ kein gutes Haar an dieser Saisoneröffnung ihres Vereins. „Am Kurtekotten war es schon doof, die Eröffnung gehört ins Stadion – oder von mit aus unter die Stelze. Dort, wo wir zu Hause sind“, betonte sie. „Hier ist doch keine Stimmung.“ In der Tat war bei der diesjährigen Veranstaltung die Stimmung unter den Werkself-Anängern teilweise ein wenig eingetrübt.

Die Bayer 04-Profis waren zwar am Samstag beim CfR Pforzheim mit einem 1:0-Sieg in der Erstrunden-Partie des DFB-Pokals in die Saison gestartet und zeigten sich am Sonntag den Fans auf der offiziellen Eröffnung im Neulandpark. Aber der neue „Spielort“ für die Veranstaltung kam eben nicht bei jedem Fan gut an. Dennoch: Die Vorfreude auf die Saison schien am Sonntag ungebrochen, ein Gros der Anhänger zeigte sich zufrieden.

Im Vorfeld hatte sich der Dachverband der aktiven Fans auf Facebook an Bayer 04 gewandt. Dass die Profis als Teil der Vorbereitung keinen ihrer insgesamt sechs Tests in Leverkusen spielten, kritisierte die Nordkurve12 genauso wie die Saisoneröffnung ausgerichtet als reines Familienevent. Manchen Fans fehlt der sportliche Charakter. Veranstaltungsleiter Stephan Rehm zeigte sich überrascht über die Vorab-Kritik. „Davon höre ich zum ersten Mal“, betonte er. Die Rückmeldungen seien bis Mittag positiv gewesen – und der Standort im Neulandpark komme gut an. „Wir können es auch nicht allen Menschen recht machen“, sagte er.

Recht behielt Rehm jedenfalls darin, dass Kinder und Erwachsene bei den fast 20 Attraktionen viel Spaß hatten. Neben Hüpfburgen in verschiedenen Formen für die Kleinen, maßen sich Familien und Freunde in Wettbewerben – an der Torwand, im Fußballkäfig, am Tischkicker oder an der großen Dartscheibe, an der Bälle haften blieben.

Lars Trümpelmann jubelte mit Sohn Marko über dessen Ergebnis. Seit 40 Jahren, berichtete Vater Lars, sei sein Herz an Bayer 04 vergeben. Die Leidenschaft gab er an Marko weiter. Bei den Beiden wusste die Eröffnung zu gefallen. „Das Team soll sich voll auf seine Vorbereitung konzentrieren“, sagte der Familienvater. Und bedeute das, dass die Mannschaft nicht in der Heimatstadt vorspiele, sei das eben so. Kinder seien die Fans der Zukunft. „Die sind im Stadion, wenn ich schon zu alt bin.“

Profi Julian Brandt machte Selfies mit den Fans. Trotz kritischer Ordner. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Schon weit bevor Cheftrainer Heiko Herrlich vor seinen Schützlingen die Bühne betrat, hatten sich dort Niklas und Alex hingestellt. Für die beiden Teenager waren die Angebote etwas rar gesät. Total unzufrieden zeigten sie sich jedoch nicht. Es sei okay, die sportliche Relevanz fehle ihnen aber schon.

Die Mannschaft von Bayer 04 zeigte sich den vielen Fans fast den ganzen Nachmittag. Zunächst gegen 14 Uhr auf der Bühne und dann bis circa 17 Uhr im Autogrammzelt. Das freilich von Fans belagert wurde. Selfies mit den Kickerhelden wurden allerdings von den Ordnern nicht gerne gesehen wegen der sonst zu langen Wartezeiten für andere Fans.

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