Bayer 04 Leverkusen: Profis helfen im Tierpark Reuschenberg

Tierpark Reuschenberg: Bayer-Profis tauschen Ball gegen Spaten

Mitarbeiter von Bayer haben im Tierpark Reuschenberg mit angepackt. Auch Spieler der Werkself waren dabei.

Im Tierpark Reuschenberg sind neue, pelzige Bewohner eingezogen. Drei rund 50 Zentimeter große Benett Kängurus – das ist eine Känguru-Unterart, auch Rotnackenwallaby genannt – machten es sich am Mittwoch in ihrem 650 Quadratmeter großen Gehege bequem. Und das war erst kurz vor deren Einzug von prominenten Gästen noch schnell auf Vordermann gebracht worden. 90 Mitarbeiter von Bayer 04 hatten am traditionellen „Wir-(04)-helfen-Tag“ zu Schaufel und anderem Baugerät gegriffen. Auch Spieler halfen mit.

So konnten die kleinen Hüpfer, die ursprünglich aus Australien kommen, pünktlich um 16 Uhr in ihr neues Zuhause einziehen. Zuvor waren sie noch in Quarantäne und wurden dort auf ihren Umzug vorbereitet. Dafür mussten die Tiere auch kurz eingefangen und anschließend gechipt werden – wie sich aber herausstellen sollte, war dies kein so einfaches Unterfangen sein. „Die haben schon ganz schön Kraft“, sagte Sabine Honnef anerkennend.

Die Leiterin des Wildparks freut sich über den tierischen Zuwachs und verbindet damit auch viel Hoffnung. Da der Tierpark nämlich auf freiwilligen Eintritt setzt, seien die Kassen leider oft recht leer. Die kleinen Kängurus sollen künftig für mehr Besucher sorgen, die dann auch bereit sind, mehr Geld dort zu lassen. In Zukunft könnte sogar – falls sich an den Besucherzahlen nichts ändert – ein fester Eintrittspreis fällig werden. Sabine Honnef erläuterte: „Das wäre nur ein niedriger Geldbetrag, aber wir wollen den Park erhalten.“

Dabei sollen also auch die kleinen Wallabys helfen. Betrachtet man den Zaun, der die exotischen Hüpfer umgibt, fällt schnell auf, dass dieser doch recht niedrig und klein ist. Raus aus dem Gehege, so viel sei sicher, können die Kängurus im Miniformat allerdings nicht. Wahrscheinlich sind sie ohnehin viel zu sehr damit beschäftigt, Früchte, Heu, Laub oder Gemüse zu fressen.

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Und damit das jauchzende Geschrei vom nahegelegenen Spielplatz das Männchen und die beiden Weibchen nicht allzu sehr stört, errichteten rund 90 Helfer von Bayer 04 gestern unter anderem eine Schallschutzwand. Beim „Wir-(04)-helfen-Tag“ wurde nämlich der gesamte Tierpark Reuschenberg ordentlich auf Vordermann gebracht. Die Mitarbeiter von Bayer 04 selbst hatten den Park als Einsatzort vorgeschlagen – und zwar noch vor dem Hochwasser Mitte Juni, das auch im Tierpark enorme Schäden angerichtet hatte.

Bereits seit Montag hatten Mitarbeiter der Lebenshilfe, dessen „Tochter“ der Park ist, jede Menge vorbereitet. Schließlich ist solch eine Handwerksarbeit für so manchen Fußballprofi völlig unbekanntes Terrain. „Ganz am Anfang schaut der ein oder andere vielleicht noch etwas skeptisch“, erzählte Meinolf Sprink, Direktor Fans/Soziales bei Bayer 04, „doch am Ende haben genau diese Spieler am meisten Spaß.“

Den hatte der Brasilianer Wendell die ganze Zeit. Kaum ein Moment verging, in dem der 25-Jährige nicht grinste. Auf dem Zufahrtsweg vor dem Park schuftete Torhüter Ramazan Öczan. Die Arbeit sei nicht für die Mannschaft, betonte er. Sie diene nicht dazu, den Fußball für einen Moment zu vergessen. Den Spielern gehe es einfach nur darum, etwas Gutes zu tun und den Menschen, die sie sonst immer im Stadion unterstützten, ihre Unterstützung zurückzugeben. Das dachte sich auch Jens Nowotny. Der ehemalige Leverkusener Spielführer kam ganz freiwillig – und packte trotz seiner mittlerweile 44 Jahre kräftig mit an.