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Baustelle am Königsberger Platz in Rheindorf wird zur Stolperfalle

Bürgermonitor : Baustelle wird zur Stolperfalle

Bereits vier Mal sind Patienten einer Arztpraxis am Königsberger Platz hingefallen. Die WGL weist Vorwürfe von sich.

Ein bisschen wie auf einer sehr lauten und staubigen Insel fühlt sich Norbert Mülleneisen. Denn das Haus am Königsberger Platz 5, in dem der Arzt für Lungen- und Bronchialkunde seine Praxis hat, ist umgeben von Baustellen. „Rundherum ist alles abgerissen und wird neu gebaut.“ Die Baustelle gehört zur Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL).

Doch Dreck und Lärm sind nicht der Grund, warum sich Mülleneisen über die WGL-Baustelle ärgert. „In der ersten Dezemberwoche ist erneut eine Patientin von uns in der Baustelle gestürzt.“ Die 74-Jährige habe sich dabei Kopf und Lippe aufgeschlagen, an der Hand geblutet und Hautabschürfungen gehabt. Was Mülleneisen besonders ärgert: „Das ist jetzt bereits der vierte Fall, in dem Patienten sich auf dem Weg in unsere Praxis sich in dieser Baustelle verletzen.“ Und dies seien nur die Fälle, die er direkt mitbekommen habe. „Es sagen mir ja nicht alle, ob sie hingefallen sind.“ Bei dem Haus handele es sich eben nicht um ein „normales“ Wohnhaus. „Wir sind eine Praxis für Lungenkranke, zu uns kommen vor allem ältere Patienten, manche haben sogar eine Sauerstoffflasche dabei.“

Mehrfach habe er sich bei der WGL bereits gemeldet und auf die Gefahren durch den unebenen Boden und nicht ausreichende Absperrungen hingewiesen. Nach dem jüngsten Vorfall hat er sich erneut an die Stadttochter gewandt und hofft auf eine Reaktion. „Ich kann nicht akzeptieren, dass diese Hinweise von mir nicht ernst genommen werden.“ Grundsätzlich habe er nichts gegen die Baustelle, es sei ja auch mit einer Besserung zu rechnen. „Aber im Moment ist es eine Katastrophe“, betont Norbert Mülleneisen. „Alte und kranke Menschen können nun einmal nicht wie wir laufen.“

Bei der WGL weist man die Vorwürfe von Norbert Mülleneisen entschieden von sich. „Die gesamte Baustelle ist immer abgesichert und beleuchtet“, betont Stefan Altenbach, Technischer Prokurist der WGL. Teilweise würden Kabel über den Wegen verlaufen, diese seien jedoch mit einem Fallschutz versehen, ähnlich wie auf einem Weihnachtsmarkt. Umwege im Zuge der Bauarbeiten seien nicht zu vermeiden. „Aber die gehen immer über mehr oder weniger befestigte Wege“, sagt Altenbach. „Man sieht ja auch, dass man sich in einer Baustelle befindet, dann muss man auch vorsichtig sein.“

Beschwerden über die Baustelle gebe es laut Altenbach auch immer nur von einer Person, nämlich Norbert Mülleneisen. Man habe sich auch schon mehrfach vor Ort getroffen, sei aber zu keiner Lösung gekommen. „Natürlich ist die Situation blöd, von der Elbestraße aus kommend werden gerade sämtliche Pflasterarbeiten erledigt.“ Ein schmaler Zuweg ermöglicht den Zugang zum Gebäude. Doch es gibt Hoffnung: Die Bauarbeiten sollen Ende Januar beendet werden, der Weg in die Arztpraxis dann frei sein.