Bauplanung: Busbahnhof Leverkusen soll Ende 2019 fertig sein

Bauplanung : Busbahnhof soll Ende 2019 fertig sein

TBL berichten über Baufortschritt. Dachplane wird Ende August gespannt. Sperrungen am Wochenende.

Zum Fahrplanwechsel Anfang Dezember könnte der erste Bus regulär den neuen Busbahnhof in Wiesdorf anfahren. Mit seiner Fertigstellung wird Ende Oktober gerechnet. Diesen Zeitplan nannte am Dienstag der Chef der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL), Wolfgang Herwig. Die Übergangszeit benötige das Verkehrsunternehmen Wupsi zur Planung der Streckenführung und der neuen technischen Abläufe am Bahnhof. Finanziell bleibt die TBL Herwig zufolge im zuletzt genannten Kostenansatz von fast 8,8 Millionen Euro für den gesamten Bahnhof (siehe Info).

Damit ist nun ein Ende der mittlerweile fast zweijährigen Bauzeit absehbar. Die hatte sich aus vielfältigen Gründen immer wieder verzögert. Ein Grund war die hochkomplexe Dachkonstruktion, die als Unikat aufwendig gefertigt und montiert werden muss und die Herwig beim Pressetermin ein „Sorgenkind“ nannte. Allein bei den statischen Berechnungen habe es immer wieder monatelange Verzögerungen gegeben.

Noch bietet sich auf der Baustelle ein völlig konfuses Bild. Zwar stehen bereits die Grundelemente der acht stählernen Stützbauwerke, die später das aus einer Art Lkw-Plane gefertigte weiße Dach tragen sollen, doch liegen etwa 20.000 Pflastersteine gestapelt und unter Plastikfolien verpackt an den Seiten des Bahnhofs. Sie alle müssen einzeln und von Hand verlegt werden.

Hingucker auch bei Nacht: So soll das von unten angestrahlte Dach des neuen Busbahnhofs bei Dunkelheit aussehen. Foto: Lichtplanung: Day & Light, München

Derzeit werden die stählernen Stützträger der Dachkonstruktion aufgestellt und montiert. „Das ist keine Konstruktion aus dem Regal“, sagt Herwig. Die acht Säulen sowie die Außenträger sind Unikate und bestehen aus exakt vermessenen und einzeln gefertigten Teilen, die in einer Nottulner (Westfalen) Stahlschmiede gefertigt wurden.

Ab Ende August soll das Stahlgerüst fertig sein, und die Dachmenbran wird aufgezogen und gespannt. Sie ist im Zusammenspiel mit den Stahlträgern der „Hingucker“, der dem Busbahnhof seinen individuellen Charakter geben soll. „Sie wirkt sehr leicht“, sagt Bauleiter Hans Mosblech und reicht ein Probestück der Membran in die Journalistenrunde. Die weiße, nicht transparente Membran aus Polyester gleicht tatsächlich einer Lkw-Plane, sie fühlt sich dünn an, aber zugleich stabil. Sie wird aus einzelnen Stücken zusammengesetzt und gespannt. Ob sie die erwartete Lebensdauer von 15 Jahren tatsächlich erreicht, hänge von ihrer Pflege ab, sagt der Bauleiter. So habe die TBL mit dem Hersteller einen Wartungsvertrag abgeschlossen, der regelmäßige Reinigung umfasst. Eine zehnjährige Garantie sei vereinbart. Und: „Man kann sie flicken wie ein Zeltdach.“ Klar sei jedoch auch: Mit den Jahren werde sich die Membran durch Umwelteinflüsse dunkel färben. 240 LED-Leuchten bestrahlen das Dach von unten und sorgen so bei Dunkelheit für Licht und ein besonderes Flair.

Nach der Dachmontage beginnt der Innenausbau. In einer der beiden großen Säulen wird ein Aufenthaltsraum für Busfahrer untergebracht, in der anderen ein windgeschützter Innenraum für Fahrgäste. An den übrigen sechs kleinen Säulen sind außen Sitzgelegenheiten vorgesehen.

Parallel zum Beginn einer neuen Phase des Dachbaus starten die Straßenarbeiten. An den Bussteigen und auf deren Zufahrten muss eine vier Zentimeter dicke Asphaltschicht aufgebracht, müssen Bordsteine gesetzt werden. Das soll an den kommenden beiden Wochenenden geschehen. Autofahrer müssen mit Sperrungen und Umleitungen rund um den Bahnhof rechnen, berichtet TBL-Abteilungsleiter Klaus Timpert.

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