Bergisch Neukirchen: Bauern mit Pumps statt Gummistiefeln

Bergisch Neukirchen: Bauern mit Pumps statt Gummistiefeln

Volksbühne Bergisch Neukirchen legt "Landeier" neu auf und verspricht jede Menge Heiterkeit aus der Scheune.

Die "Landeier" kommen wieder. Viele Zuschauer haben sich 2014 in der frischen Komödie der Volksbühne Bergisch Neukirchen köstlich amüsiert und nach einer Wiederholung verlangt. Jetzt kommt es noch besser in Form einer Fortsetzung mit den bekannten Charakteren und identischer Besetzung, die nicht weniger lustig sein dürfte. Alle Beteiligten haben jedenfalls einen Riesenspaß bei den Proben für "Landeier 2 - jetzt geht's zum Scheunenfest" - und das mit rasanter Travestienummer, bei der die Bauern Gummistiefel gegen Pumps tauschen. Am Samstag, 21. April, ist um 17 Uhr Premiere in der Opladener Festhalle am Markt, der weitere fünf Aufführungen folgen.

Auf der Bühne stehen bei dieser Produktion zwar nur sieben Personen, die Liste der Menschen, die im Hintergrund arbeiten, ist um ein Vielfaches länger. Gerade für Tätigkeiten wie Bühnenbau, Ausstattung und Maske sucht der Verein immer noch neue kreative Köpfe und geschickte Hände. Mehr als 110 Mitglieder im Alter von 16 bis 95 Jahren gehören dem traditionsreichen Amateurtheater an, das im alten Rathaus von Bergisch Neukirchen seine Probenräume und Kulissenwerkstatt hat, sowie die Nähstube, in der Kostüme entstehen oder passend gemacht werden. Die aufwendige und liebevolle Ausstattung ist schließlich ein Markenzeichen der Volksbühne, und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Neuerungen aber muss es bei den musikalischen Produktionen geben. Traditionell wird im Herbst ein Musiktheaterstück aufgeführt, früher waren es in der Regel Operetten, in der letzten Zeit vor allem Musicals. 2017 begeisterte die witzig-spritzige Inszenierung von "Otello darf nicht sterben" das Fanpublikum, das allerdings auch die akustischen Bedingungen monierte. Im Ensemble kennt man das Problem mit der teilweisen Mikrofonierung und dem Orchester im Graben vor der Bühne in der Festhalle. Der Raum bietet keine idealen akustischen Bedingungen. Und der endgültige Sound lässt sich erst wenige Tage vor der Premiere klären, wenn die Volksbühne die Festhalle nutzen kann. Zu spät für grundlegende Veränderungen.

Deswegen haben die Spielleiterinnen Dana Fischer und die für musikalische Produktionen zuständige Anne-Claire Berger zusammen mit dem Leitungsteam entschieden, mit einer Tradition zu brechen und das Musiktheater für ein Jahr auszusetzen. So hat man genügend Zeit für eine Neuausrichtung bei Sound und Orchesterbesetzung, bis im Herbst 2019 die nächste Produktion gezeigt wird.

Aber das Publikum bekommt attraktiven Ersatz, wenn auch mit deutlich kleinerer Mannschaft als bei den personalintensiven Operetten oder Musicals. Gespielt wird das Kriminalschauspiel "Hexenjagd" von Arthur Miller, in dem viele der jungen Mädchen eine Rolle bekommen, die gerade aus dem Kindertheater herausgewachsen sind. Für die Inszenierung zeichnen Dana Fischer und Soraya Abtahi verantwortlich.

Dieses Jahr will sich die Volksbühne Bergisch Neukirchen auch an der Kunstnacht beteiligen und am Abend des 5. Oktober Einblicke in die Probenarbeit, in Kulissenbau und Nähstube ermöglichen. Am Samstag vor dem 1. Advent hat dann das Weihnachtsmärchen Premiere. "Schneeweißchen und Rosenrot" wird insgesamt elf Mal in der Festhalle aufgeführt. Der Vorverkauf startet am 1. Oktober.

Auch die Komödie im Frühjahr 2019 steht schon fest: "Lügen haben kurze Beine". Das temperamentvolle Boulevardstück von Ray Cooney wird dem Publikum gefallen, sind sich die Spielleiterinnen sicher.

(mkl)