Leverkusen: Bau von zwei Windrädern startet im Mai

Leverkusen : Bau von zwei Windrädern startet im Mai

Im Reusrather Süden sind zwei 99,5 Meter hohe Anlagen genehmigt. Das Energieunternehmen SL hatte vier beantragt.

Noch in diesem Monat soll in Reusrath, nahe der Stadtgrenze zu Leverkusen, der Bau von zwei Windkraftanlagen starten. "Der genaue Termin steht noch nicht fest, aber ich gehe davon aus, dass die ersten Arbeiten Ende Mai losgehen", sagte Joachim Schulenberg von der Firma SL Naturenergie GmbH (Gladbeck) auf Anfrage unserer Redaktion. Zum Jahreswechsel hatte die Mettmanner Kreisverwaltung dem Unternehmen die ersten beiden (Grafik: 1 und 2) von vier beantragten Windrädern genehmigt. Danach habe es mit SL weitere Gespräche gegeben, sagte Kreissprecherin Anne Sauter. "Alle angesprochenen Punkte werden umgesetzt." Etwa der Vogelschutz.

Laut SL-Projektleiter Schulenburg werden die je 99,5 Meter hohen Anlagen des Herstellers Enercon nahe der Acker-/Rennstraße errichtet. Der Aufbau der beiden Windräder vom Typ E 70 dauere vier bis sechs Monate. Dem Baubeginn vorausgegangen war ein langes Gezerre mit Bürgerprotesten und einem Gerichtsverfahren. Als deren Resultat hält SL im zweiten Anlauf die vor gut zehn Jahren vom Stadtrat für das Reusrather Gelände auf 100 Meter festgeschriebene Höhengrenze ein.

Bei früheren Anträgen hatte das Unternehmen mit zwei 150 Meter hohen Anlagen deutlich über diese Obergrenze hinausgehen wollen und mit dem Argument, dass nur bei solch einer Höhe Windräder wirtschaftlich zu betreiben seien, gegen die 100-Meter-Grenze geklagt. Das Verwaltungsgericht lehnte 2015 die Klage ab. "Das Berufungsverfahren läuft weiter", sagte Schulenburg. Parallel hatte SL indes den Bau von vier 99,5 Meter hohen Windrädern beantragt. Weil SL zwei Gebrauchtanlagen vom Typ E 58 an einem seiner deutschlandweit etwa 80 Windkraft-Standorte durch profitablere Anlagen ersetzt, rechnen sich laut Firmenchef Klaus Schulze Langenhorst "in der Mischkalkulation" nun in Reusrath auch Windräder unterhalb der 100-Meter-Marke.

Der Stadtrat hatte dem überarbeiteten Vorhaben zugestimmt. Zumal das Langenfelder Klimaschutzkonzept den Bau von Windkraftanlagen ausdrücklich befürwortet. Gleichwohl steht zunächst nur der Bau der beiden E 70-Windräder an. Die zwei E 58-Gebrauchtanlagen (Grafik: 3 und 4) liegen laut Schulenburg "vorerst auf Halde". Ob und wann sie folgen, sei nicht entschieden.

Nicht zuletzt auf Betreiben der Bürgerinitiative "Ruhiger Horizont Reusrath" gelten für die beiden genehmigten Windräder strenge Auflagen. Dazu gehören zum Schutz von Fledermäusen zwischen 1. April und 31. Oktober Abschaltzeiten bei bestimmten Temperaturen und Wetterbedingungen. In den computergesteuerten Anlagen lassen sich nach Schulenburgs Angaben solche Auszeiten bewerkstelligen, auch etwa zu Brutzeiten des Rotmilans. "Durch Fledermausdetektoren, Überprüfungen und regelmäßige Berichte wird die Wirksamkeit kontrolliert."

(mei)
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