Leverkusen: Bangen um einzigen Schießstand der Region

Leverkusen: Bangen um einzigen Schießstand der Region

Der Mietvertrag in der Kalkstraße läuft 2020 aus. Ob Dynamit Nobel ihn verlängert, ist bisher unklar.

Was wird aus der Schießanlage Leverkusen? Das fragen sich derzeit rund 400 Mitglieder der Leverkusener Jägerschaft und ihr Vorsitzender Stephan Kelter. Das Problem: Der befristete Mietvertrag mit Dynamit Nobel für das Übungsgelände an der Kalkstraße läuft 2020 aus.

"Erfahrene Weidmänner und -frauen müssen üben, um Situationen während einer Jagd zu simulieren. Für die Ausbildung von Jungjägern ist ein Schießstand ebenso unerlässlich", betont der 41-jährige Rechtsanwalt. Derzeit bemüht er sich um eine Lösung. Bis zur Hauptversammlung am Mittwoch, 14. März, weiß er vielleicht mehr.

Seit mehr als 50 Jahren wird am Stand in Manfort geschossen. Erst wurde der Schießstand von der Firma Dynamit Nobel genutzt, später von der Polizei. Schließlich kamen die Jäger und die frühere Schießgemeinschaft Bayer hinzu. Letztere trainieren sportliches Gewehr- und Pistolenschießen, während Jäger mit Pistolen und Büchsen auf Scheiben, mit Schrotflinten auf Tontauben schießen. Inzwischen kommen auch Jäger aus Köln und der Umgebung zum Üben. Denn weit und breit ist es der letzte verbliebene Stand.

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Insofern sei es tragisch, wenn der Mietvertrag nicht verlängert würde. "Wir brauchen den Stand dringend", unterstreicht Kelter, "zumal wir jetzt in den Diskussionen um Schwarzwild sind und der hohe Einsatz von Jägern wegen massiver Wildschäden gefordert ist."

Die Gespräche mit Unternehmensvertretern verliefen "in guter und vertrauensvoller Atmosphäre", erzählt Kelter. Erschwert würden die Verhandlungen nur, weil Teile der Firma in die USA verkauft wurden und dort auch die letzten Entscheidungen fielen. Man wisse um die Bedeutung, doch die Firma müsse auch schauen, wie sie mit ihren Reserven umgehe.

Die Veräußerung des Grundstücks wäre ein Szenario. Ob die Jäger als gemeinnütziger Verein in der Lage seien, das Gelände zu erwerben, hänge vom Kaufpreis ab. "Bis zu einer gewissen Größenordnung ist das möglich", sagt Kelter, ohne Zahlen zu nennen. "Wir stemmen das nicht aus der Portokasse, sondern müssten finanzieren." Grundsätzlich sei der Betrieb so aufgestellt, dass er sich langfristig amortisiere. Man arbeite nicht gewinnorientiert, sondern gemeinnützig, also kostendeckend. Kämen beide Möglichkeiten nicht in Frage, werde es "denkbar schwierig, einen anderen Schießstand im Stadtgebiet zu errichten." Geeignete Flächen seien extrem rar. Stephan Kelter: "Wir haben weder eine Alternative noch Plan B."

(RP)