1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Balkantrasse in Leverkusen ist fertig

Balkantrasse ist fertig : Vom Trampelpfad zum „Luxusradweg“

Die Anbindung der Neukronenberger Straße an die Balkantrasse ist fertig. Für 67.000 Euro wurde der Weg asphaltiert und beschildert.

Petra Haller lächelt zufrieden. Sie kommt auf ihrem Fahrrad über den neuen Asphaltweg geradelt. „An Regentagen wie diesen war das bisher eine Katastrophe“, sagt sie. Matschig und rutschig. Einen geduldeten Trampelpfad nennt sie das 160 meterlange Stück, das im nassen und aufgeweichten Zustand nur schwer zu befahren war.

Mit Hallers Hilfe und dem Engagement ihrer Mitstreiter vom Förderverein Balkantrasse wurde dieser vorher unbefestigte Weg nun asphaltiert. Radfahrer können sich freuen: Rechtzeitig zum Start in die Fahrradsaison wurde die Anbindung der Neukronenberger Straße an die Balkantrasse hergestellt. Nicht nur für Haller ein wichtiger Knotenpunkt für den Radverkehr in und aus Richtung Bergisch Neukirchen. Auch Oberbürgermeister Uwe Richrath wies auf die Bedeutung der 67.000 Euro teuren Baumaßnahme hin. „Wir sind froh, den nächsten Teil der Balkantrasse fertiggestellt zu haben. Sie ist längst nicht nur touristisches Highlight in der Region, sondern gewinnt zunehmend an Bedeutung beim Thema Mobilität.“

Längst würden die Menschen, die in Leverkusen keinen Wohnraum finden, den Radweg als Pendelmöglichkeit nutzen. „Verkehr ist nicht mehr allein auf den Landstraßen abwickelbar“, fügt der Oberbürgermeister an. „Wir müssen Räume anders verstehen.“

Mit der Balkantrasse wurde aus einer ehemaligen Eisenbahnstrecke ein Radweg, der seit 2014 durchgängig befahren werden kann. Mit der Freigabe des letzten Teilstücks bis zum Bahnhof Opladen im vergangenen September und der jüngsten Anbindung der Neukronenberger Straße an die Trasse seien nun vorerst alle Planungen abgeschlossen, sagt Haller. Weitere Maßnahmen seien derzeit nicht geplant. „Wir sind sehr glücklich und dankbar, dass unseren Wünschen nachgekommen wurde. Dieser neue asphaltierte Weg ist eine Luxusausführung.“

Was Haller damit meint: Unter der Leitung der Technischen Betriebe Leverkusen wurde der Weg zwischen dem 6. und 23. Januar vier Meter breit ausgebaut und mit wasserdurchlässigem Asphalt sowie einer zusätzlichen Frostschutzschicht versehen. Nach Stadt-Angaben wurden dabei rund 350 Quadratmeter Grünbewuchs und Unterholz sowie fünf Baumstümpfe beseitigt. Um einen sicheren Übergang auf die Balkantrasse zu gewährleisten, soll in Kürze eine zusätzliche Pendelsperre montiert werden. 70 Prozent der Baukosten, die auch die Beschilderung und Pendelsperre umfassen, werden über Fördermittel aus dem Programm „Nahmobilität“ des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

Auch Werner Dittmar ist zur offiziellen Freigabe der Trassenanbindung vorbeigekommen. Täglich fährt der 85-Jährige sogar zweimal die 6,5 Kilometer lange Strecke ab. „Ich schaue unterwegs nach dem Rechten, ganz nebenbei hält mich das Radfahren fit“, sagt das Fördervereins-Mitglied mit einem Augenzwinkern. Das Orkantief „Sabine“ habe die Trasse von schlimmen Schäden verschont. Damit steht Radfahrern und Wanderern nun eine durchgehende Verbindung von Remscheid-Lennep über Wermelskirchen und Burscheid bis Opladen zur Verfügung.

Dass es am Weg-Ende auf dem P&R-Parkplatz am Bahnhof Opladen, das viele als ungünstiges Ziel sehen, noch eine andere Lösung als die bisherige gibt, glaubt Oberbürgermeister Uwe Richrath nicht. „Wir haben mit der Polizei gesprochen. Wir können dort keinen zusätzlichen Fahrradweg einzeichnen“, erläutert Richrath. „Die Verkehrsteilnehmer müssen Rücksicht aufeinander nehmen.“ Der Parkplatz sei mit Fördergeldern gebaut – Änderungen seien ohne weiteres nicht möglich.