Leverkusen: Balkan-Trasse: moralische Bedenken

Leverkusen: Balkan-Trasse: moralische Bedenken

Es war einmal eine Stadt, erinnerte Dr. Walter Mende, da ging der Deckel der Stadtkasse gar nicht mehr zu. So viel Steuern zahlte ein ansässiges Unternehmen, dass der Stadtrat "wie im Rausch Beschlüsse fasste" und die Verwaltung gar nicht hinterherkam, die Aufträge in die Tat umzusetzen.

Der verbale Ausflug des SPD-Fraktionsvorsitzenden in die gute, alte D-Mark-Zeit hatte mit der Gegenwart wenig zu tun. Aber er verdeutlichte das Dilemma der Ratsmitglieder: Auch jetzt gäbe es schöne Projekte. Die Balkan-Trasse zum Beispiel. Ein Wander- und Radweg auf der alten Bahnlinie zwischen Opladen und Burscheid. Der wäre "eine absolut grandiose Sache" (Alfred Mertgen, UWG-OWG) und "ein Identitätspunkt für Leverkusen" (Roswitha Arnold, Grüne). Aber er wäre auch "zu teuer in der Errichtung und der Unterhaltung" (Erhard Schoofs, Bürgerliste).

(RP)