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Leverkusen: Bahnstadt: Gleisverlegung soll Mitte 2015 beginnen

Leverkusen : Bahnstadt: Gleisverlegung soll Mitte 2015 beginnen

Die Bahn übergab gestern ihre Planungsunterlagen an die Bahnstadt. Ende 2016 sollen die neuen Gütergleise in Betrieb genommen werden.

Große Projekte bringen große Kostensteigerungen mit sich. Da gilt für Flughäfen in Hauptstädten, Bahnhöfe in Schwaben und auch für die Neue Bahnstadt Opladen, die sich nach Angaben der Stadt gegenüber vorherigen Schätzungen insgesamt um rund acht Millionen Euro verteuern wird (der städtische Anteil steigt um 2,5 Millionen Euro bis 2020).

Stadt-Experte Ulrich van Aken zeigt an der Rampe der alten Güterabfertigungshallen, wo die geplante Gütergleisstrecke künftig verlaufen wird (gelbe Kreidestriche). Foto: US (Archiv)

Eine Ausnahme im Preiskarussell bildet aber offenbar die im Zuge der Reaktivierung des ehemaligen Bahnausbesserungswerks geplante Verlegung der Gütergleise an die Personenzugstrecke. Um lediglich 210 000 Euro — auf insgesamt 33,74 Millionen Euro — soll sich das Vorhaben verteuern, zu dem die Stadt sieben Millionen und das Land den Rest zahlen soll.

Dies berichteten gestern Vertreter der Bahn und der Bahnstadt GmbH. Anlass ihres Zusammentreffens war die Übergabe von acht äußerlich unscheinbaren Aktenordnern. Darin enthalten: die gesamte Planung von der Trassenführung bis zum Lärmschutzgutachten. "Dieses geballte Wissen werden wir jetzt sorgsam prüfen, damit am 13. Mai der Stadtrat darüber entscheiden kann", erläuterte Vera Rottes, Geschäftsführerin der Bahnstadt-GmbH. Sollten Politik und die Bahn-Chefs bis dahin grünes Licht gegeben haben, soll die Planung im Sommer dem zuständigen Eisenbahnbundesamt übergeben und somit das so genannte Planfeststellungsverfahren gestartet werden.

Dafür wurden 18 Monate und damit drei Monate mehr als in den meisten Fällen von der Bahn einkalkuliert. Ob dieser zeitliche Rahmen eingehalten werden kann, sei aber noch nicht absehbar. "Das hängt auch von der Anzahl der Einwände ab, die im Laufe des Verfahrens gemacht werden", sagt Dirk Pohlmann von der Deutschen Bahn AG. "Wir hoffen aber, dass es durch unsere frühzeitige Information weniger Einwände geben wird."

Sollte er recht behalten, könnte womöglich Mitte 2015 mit dem Bau der neuen Gütergleise begonnen werden. Zwischen Freiherr-vom-Stein- und Fixheider Straße sollen dann zunächst westlich der Personenzugstrecke zwei neue Gleise sowie ein so genanntes Überholgleis verlegt werden.

Die Beeinträchtigungen für den Güterverkehr sollen verschwindend gering sein, auch auf Zugreisende kämen nur sporadische Einschränkungen zu, erläutert Heike Balkenhoff von der DB Netz AG: "Während des Abrisses des alten Bahnhofsgebäudes kann es zu vereinzelten Sperrungen in dem Bereich kommen." (Daneben sind auch der Abriss des ehemaligen Zollamts, der Güterabfertigung und des alten Stellwerks geplant.)

Zusätzlich müssten sich aber auch Autofahrer im Bereich der Unterführung Lützenkirchener Straße auf Verkehrsänderungen einrichten. Für die Inbetriebnahme der neuen Gütergleise wurde der Dezember 2016 ins Auge gefasst. Rottes und Co. wollen bis dahin für das freiwerdende Areal ein städtebauliches Konzept auf die Beine gestellt haben, das sich möglichst rasch anschließen soll und den Abriss der alten Gütergleise einschließt.

(zill)