Leverkusen: Bahnlärm: Anwohner sollen Häuser bewerten

Leverkusen: Bahnlärm: Anwohner sollen Häuser bewerten

Die Zahl der Güterzüge auf Hauptstrecken, die etwa durch Alkenrath-Opladen führen, wird "dramatisch" zunehmen, warnt Rechtsanwalt Dr. Walter Mende. Der ehemalige Leverkusener Oberbürgermeister und Fachanwalt für öffentliches Recht, rät "dringend" dazu, sich als Anwohner gegen die Bahn abzusichern.

Die Zahl der Züge werde sich um 70 Prozent erhöhen, wenn man einem Gutachten zur internationalen Güterzugstrecke Rotterdam-Genua glauben könne. Die Bürger sollten auf jeden Fall an dem laufenden Verfahren zum Lärmaktionsplan teilnehmen. Auch wenn durch den Lärmaktionsplan keine direkten Rechtsansprüche auf Lärmschutz entstehen, müssten die Bürger den Druck auf die Bahngesellschaften und die Spediteure erhöhen, damit sie beispielsweise als Waggons - auch die vielen privaten - auf "leise Räder" umrüsten.

Mende rät zudem: Jeder Immobilieneigentümer, der Flächen nahe der Bahnlinie habe, solle jetzt sein Eigentum bewerten lassen. Dieser "Beweis des Immobilienwertes" könne später viel wert sein.

  • Kommentar : Bahnlärm oder Stuttgart lassen grüßen: Bürger müssen aktiv werden

Warum? Die Frequenz der Güterzüge werde, so sagt Mende, vor allem in den Nachtstunden erhöht. Damit steige auch der nächtliche Lärm. "Dies kommt einem enteignungsähnlichen Verfahren gleich", meint Jurist Mende, der bis vor kurzem noch im Leverkusener Stadtrat saß. Erreiche der Bahnlärm eine Größe von über 70 Dezibel, dann sei das Grundstück praktisch unbewohnbar. Möglicherweise könne der Eigentümer deshalb Schadenersatz bekommen. Bei einem solchen Verfahren helfe dann eben das Wertgutachten aus der Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war.

(RP)
Mehr von RP ONLINE