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Leverkusen: Bahnhof Opladen: neues Café ab September?

Leverkusen : Bahnhof Opladen: neues Café ab September?

Eigentlich säße Manuela Julitz jetzt gerne vor einer Tasse Latte macchiato, um sich die Wartezeit zu vertreiben. Das habe sie regelmäßig und gerne gemacht, wenn sie ihre Kinder vom Bahnhof abholt. Geht nun aber nicht mehr: Das Bahnhofs-Café in Opladen ist zu.

"Dabei war es doch oft voll", sagt Julitz. Wenigstens einen Getränkeautomat hätte man aufstellen sollen, findet sie. Eine Schönheit sei der Bahnhof zwar ohnehin nicht gewesen, "jetzt ist er kalt und trostlos. Wo sollen sich denn nun ältere Personen sich mal hinsetzen oder etwas zu trinken kaufen?"

Ungewisse Zukunft

Tja, höchstens noch in die Bahnhofsgaststätte. Aber die hat montags Ruhetag, daher ist gestern der Fahrkartenautomat schon die größte Attraktion. Das Café liegt besenrein und leer — nur ein Feuerlöscher und eine Spüle zählen noch zum Inventar — hinter einer Glasscheibe.

Ein Sprecher der Bahn berichtet zum Hintergrund der Café-Schließung, "dass der Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Pächter gekündigt worden ist" und dass voraussichtlich nach den Sommerferien (angepeilt sei eine Eröffnung zum 1. September) ein Nachfolger dort das Lokal weiterbetreibt. Der von der Bahn benannte künftige Pächter wollte sich auf Anfrage gestern nicht äußern.

Aber der ehemalige Pächter erzählt gerne, was es auf sich hat mit der Schließung des Cafés: Niemand habe gekündigt: "Der Pachtvertrag ist nach fünf Jahren ganz einfach ausgelaufen", erzählt Harald Lenartz. Er habe nicht verlängern wollen, weil er im Bahnhof einer ungewissen Zukunft entgegen gesehen hätte. "Wie lange bleibt der denn noch stehen?", fragt Lenartz, keine Antwort erwartend.

Schließlich weiß wohl im Moment niemand, ob das Gebäude 2013, 2014 oder überhaupt abgerissen wird. Dazu müssten sich erst einmal Stadt, Land und Bahn einig werden über die beabsichtigte Verlegung der Gütergleisstrecke.

Das Pachtverhältnis wäre laut Lenartz zudem jederzeit kündbar durch die Bahn gewesen, seine Planungssicherheit hätte entsprechend irgendwo knapp über null gelegen. Inzwischen renoviert er das Ladenlokal an der Bahnhofstraße 2. Ein "Coffee- and Tea-Store" soll entstehen und möglichst am 1. August eröffnen.

Dieser Schritt sei zwar aus kaufmännischer Sicht nicht risikolos, "aber gegenüber dem Café am Bahnhof wird es sicherlich nicht so anstrengend. Dort musste ich morgens um fünf Uhr aufmachen, also um drei Uhr aufstehen", erläutert Lenartz und berichtet ebenfalls, dass das Lokal am Bahnhof übergeben worden sei an einen Nachfolger.

"Kaffee super, Brötchen frisch"

Bruno Hennig hilft die Aussicht auf eine Wiedereröffnung derzeit wenig. "Ich verstehe es nicht", sagt er, während er in seinem Taxi sitzt und auf Kundschaft wartet vor dem Bahnhofsgebäude. Angesprochen auf das Café, gerät er ins Schwärmen: "Die Bedienung war nett, das Lokal sauber, die Brötchen frisch, der Kaffee super und die Preise in Ordnung." Er und seine Taxifahrer-Kollegen seien dort ein und aus gegangen. Damit ist es — zumindest vorerst — vorbei und Hennig bringt sich seine Tagesration an Getränken und Essen von Zuhause mit.

(RP)