Leverkusen: Bahn und Stadt verschärfen die Parkplatznot

Leverkusen : Bahn und Stadt verschärfen die Parkplatznot

Auch so kann man ein Parkverbot durchsetzen. Gewissermaßen über Nacht ist ein großer Teil des kostenpflichtigen Parkplatzes am Bahnhof Opladen am alten Abstellgleis nahe der ehemaligen Güterabfertigung weggefallen.

Schwere Betonblöcke versperren Autofahrern den Weg zu Dutzenden Stellplätzen im hinteren Parkplatzbereich. Wer für zwei Euro einen ganzen Tag lang sein Auto abstellen und in einen Zug steigen möchte, muss sich sputen, um noch einen der Plätze zu finden. Die Parkplatznot in der Nähe zum Bahnhof und zu Opladen-Mitte wird noch durch den Brückenbau der Bahnstadt vergrößert: Auf dem städtischen Bahnallee-Parkplatz lässt die Stadt einen relativ riesigen Zugang mit Treppenturm und lang gezogener Rampe montieren.

Die Pkw wirken fast schon winzig neben der Gerüstkunst in Opladen: Die Stadt lässt auf dem Parkplatz Bahnallee einen Zugang zur neuen Campusbrücke anlegen: Damit Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Radler gut den Höhenunterschied von über zehn Metern überwinden können, wird neben der Treppe auch eine Rampe montiert. Foto: Schütz

Nicht wenige Autofahrer haben sich vor allem am Bahnhof Opladen in den vergangenen Tagen gefragt: "Was soll das?" Eine Nachfrage bei der in Wuppertal ansässigen Parkraumbewirtschaftung Linne, die für den Miet-Parkplatz am Bahnhof Opladen zuständig ist, ergab diese Antwort: "Damit haben wir nichts zu tun." Die Deutsche Bahn, so teilte Inhaberin Cornelia Linne mit, habe die Abtrennung vorgenommen. "Die wollen wohl zu einem späteren Zeitpunkt dort ihren Park & Ride-Bereich erweitern", berichtete die Geschäftsfrau. Doch wann das geschehen soll, habe ihr niemand mitgeteilt.

"Gigantisch", was die Stadt da bauen lässt, sagen die Anwohner zu dem Aufgang, der jahrelang als Provisorium für die 100 Meter lange Campusbrücke dienen wird. Foto: Ulrich Schütz

Ganz gleich, wann der Platz umgerüstet wird — zunächst einmal hat die Abtrennung die Parkplatznot in Opladen weiter verschärft. Zumal die Straßen rings um Opladens Zentrum, auf denen noch kostenfrei und außerhalb von Anwohnerparkzonen geparkt werden kann, ziemlich überlastet sind.

Cornelia Linne fürchtet: "Wenn die Gütergleisverlegung tatsächlich umgesetzt wird, fällt noch ein weiterer Teil der Parkplätze am Bahnhof weg, über die ich jetzt noch verfügen darf." In spätestens zwei bis drei Jahren könnte es soweit sein. Liegen die Gütergleise dann aber erst einmal neben der Personenzugstrecke, dann wird die Campusbrücke in ihre endgültige Position gebracht. Die heutigen Gerüstzugängen am Parkplatz Bahnallee werden durch schmalere Rad- und Fußgängerzugänge ersetzt.

Was für den Park-Kunden einfach nur ärgerlich ist, könnte für Cornelia Linnes Unternehmen sogar bestandsgefährdend werden. Denn auch in anderen Städten sind ihr Parkflächen weggebrochen: Sei es nun in Düsseldorf, in Dortmund oder auch in Köln, oft in Bahnhofnähe.

Seitdem ihr Ehemann Bernd vor drei Jahren verstarb, führt die Wuppertalerin das Unternehmen. Jetzt macht sie sich ernsthaft Sorgen: Wenn die Bahn weiter die Linie verfolge, der privaten Parkraumbewirtschaftung Flächen zu entziehen, "kann ich den Laden irgendwann dicht machen", sagt sie. Das wäre ein weiterer herber Schlag für sie.

In der Kritik stand das Unternehmen allerdings auch schon selbst an mehreren Standorten. 2007 beispielsweise. Der Grund: Wer die Parkzeit auch nur um ein paar Minuten überschritten hatte, lief Gefahr, eine "Vertragsstrafe" aufgebrummt zu bekommen, die leicht 20 Euro und mehr betragen konnte. In Opladen auf dem Parkplatz an der Bahnhofstraße werden zehn Euro fällig — so jedenfalls geht es aus den Vertrags- und Einstellbedingungen hervor, die dort abgedruckt sind. Alles natürlich immer vorausgesetzt, man findet überhaupt noch einen Parkplatz.

(RP)