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Leverkusen: Bahn: Berlin soll Leverkusen helfen

Leverkusen : Bahn: Berlin soll Leverkusen helfen

Oberbürgermeister Buchhorn hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer aufgefordert, der Stadt Leverkusen mehr Lärmschutz an Bahnstrecken zu verschaffen. Zudem fordert Buchhorn einen Ausbau des Bahnknotens Köln.

Die Bahn wird in Leverkusen zu einem zentralen lokalpolitischen Thema mit bundesweiter Bedeutung. Die teils strittigen Diskussionspunkte sind:

- mehr Güterzüge auch auf der Strecke über Opladen, Fixheide, Alkenrath und Schlebusch.

- Ausbau der Bahnstrecke Düsseldorf-Rheindorf-Küppersteg-Wiesdorf für den Rhein-Ruhr-Express (RRX).

- Abriss des Bahnhofes Leverkusen-Mitte in der City und der behindertengerechte Umbau der Bahnsteige.

- Ausbau und Leistungssteigerung des Bahnknotens Köln.

Alle diese Projekte haben ein gemeinsames Thema: den Lärmschutz, der teils neu erstellt, teils überarbeitet und modernisiert werden muss. In einem vierseitigen Brief hat Oberbürgermeister Buchhorn Minister Ramsauer auf die Verkehrssituation von Leverkusen aufmerksam gemacht. Zumindest ist es der Versuch darzustellen, dass Leverkusen von drei Autobahnen, von Bundesstraßen und drei Bahnlinien zerschnitten wird und welche Folgen dies hat.

Unmut bei den Bürgern

Der Lärmaktionsplan der Stadt weise viele Bereiche von Leverkusen als "erheblich lärmbelastet" aus, schreibt Buchhorn an Ramsauer. Diese Lärmsituation führe "unweigerlich" zu Unmut bei den Bürgern.

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Die Fraktion Bürgerliste versuchte denn auch gestern im Landrat-Lucas-Gymnasium die Stimmung auszunutzen. Der politische Verein will die Gründung einer Bürgerinitiative unter dem Thema "Bürgernetzwerk — Bahnlärm macht krank" anschieben, wobei die Bürgerliste weiter die unbewiesene Vorstellung suggeriert, die Bahn plane im Bereich Leverkusen eine neue, noch zu bauende "riesige Supergüterstrecke".

Buchhorn fordert verstärkte Lärmschutzmaßnahmen "im Sinne eines dauerhaften Gesundheitsschutzes für die Leverkusener Bevölkerung", speziell wenn jetzt neue Projekte realisiert würden. Es könne nicht sein, dass die Bahnführung immer nur auf das Programm "Lärmsanierung an Schienenwegen des Bundes" verweise und keine freiwilligen Schutzmaßnahmen ergreife. Der Bürger verstehe dies nicht.

NRW sei eine bedeutende Verkehrsdrehscheibe für die Bundesrepublik und für Europa. Der Staat müsse Infrastrukturprojekte realsieren. Dabei müsse man aber die Menschen auf dem Wege mitnehmen und ihre Bedürfnisse berücksichtigen. Vor allem auch, weil der Güterzugverkehr auf der Opladener Strecke um bis zu 70 Prozent zunehmen solle. Da müsse in den Lärmschutz investiert werden. Buchhorn: "Der Hinweis auf die geltende Gesetzeslage mag juristisch betrachtet zutreffen", sei im Ergebnis aber nicht zielführend.

Die SPD-Fraktion beantragte jetzt zudem, alle Bahnsteige am Haltepunkt Leverkusen-Mitte behindertengerecht auszubauen. Die Stadt müsse in der Verhandlungen mit der Bahn die Installation von Aufzügen für alle Gleise erreichen, damit Behinderte von Wiesdorf alle Züge benutzen könnten.

(RP)