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Babykost und Kocher aus Leverkusen fürs Kriegsgebiet

So hilft Leverkusen der Ukraine : Babykost, Decken und Gaskocher fürs Kriegsgebiet

Leverkusen hilft der Ukraine. Private Helfer engagieren sich und finden große Resonanz. Über zentrale Sammelstellen werden die Hilfsgüter ins Kriegsgebiet transportiert, um Flüchtlinge und in bittere Not geratene Zivilisten in kalten Bombennächten zu versorgen.

Die Bilder von zerbombten Städten in der Ukraine und lange Fluchtkolonnen an der polnischen Grenze lässt auch die Leverkusener nicht los. Michael Giering brauchte nicht lange zu überlegen. „Ich hatte einfach das Gefühl, etwas tun zu müssen“, sagt der Transportunternehmer aus Schlebusch. Gesagt, getan. Ein Spendenaufrauf über die Facebookgruppe „Nettwerk Leverkusen“ zeigte Wirkung. „Die Resonanz in Leverkusen war riesig“, berichtet Giering. „Wir laufen inzwischen über, und es kommen immer wieder Leute hinzu, die helfen wollen.“

Inzwischen ist Gierings Garage bis unters Dach gefüllt mit Hilfsgütern für das Kriegsgebiet. Ob Kleidung und warme Decken oder Lebensmittelspenden, darunter Babynahrung, Medikamente, Erste-Hilfe-Kästen – es stapelt sich, eingepackt in Kartons in der Garage und wartet darauf, abgeholt zu werden. Giering selbst stellt Transportfahrzeuge zur Verfügung und wird von anderen Unternehmen bei der Logistik unterstützt. Von Schlebusch aus gehen Transporte an Sammelstellen etwa in Düsseldorf, Köln und Gelsenkirchen. „Wir arbeiten eng mit dem ukrainischen Konsulat in Düsseldorf zusammen“, sagt der Schlebuscher. Auf diese Weise kämen die Spenden dorthin, wo sie derzeit am dringendsten gebraucht würden. 

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Wegen der großen Resonanz hat Giering seine Hilfsaktion um weitere zwei Tage verlängert. Wer spenden will, erreicht ihn telefonisch oder per WhatsApp unter 0176/10625532. Sachspenden sollten möglichst transportfertig in Kartons verpackt sein.

Auch der Leverkusener Integrationsrat hat eine Hilfsaktion gestartet. Unter dem Titel „Leverkusen hilft Ukraine“ können von Mittwoch bis Freitag zwischen 14 und 18 Uhr Sachspenden im Haus der Integration, Manforter Straße 187, abgegeben werden.

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Gebraucht werden vor allem Medizin wie Antibiotika oder Schmerzmittel, medizinische Artikel wie Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel, aber auch haltbare Lebensmittel ohne Glasverpackung (Ausnahme: Babynahrung sicher in Paletten verpackt), Batterien, Taschenlampen und Gaskocher mit Kartuschen. 

Solidarisch mit den Kriegsopfern in der Ukraine will sich auch Heinz Neffgen vom Kreuzbroicher Brauhaus zeigen. Dabei hat er weniger an Sachspenden gedacht. Am Samstag, 5. März, soll es in seinem Lokal an der Heinrich-Lübke-Straße 61 in Schlebusch ein Solidaritätskonzert mit der Band „TimeOut“ aus Köln geben. Gespielt werden Rock-, Pop- und Soul-Coverversionen. Der Eintritt ist frei. Neffgen sammelt an dem Tag Spenden für die „ZDF-Nothilfe Ukraine“ Einlass ist um 19 Uhr, das Konzert beginnt um 20.30 Uhr.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Eva Lux hat am Dienstag in einer Sondersitzung ihrer Fraktion über die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine beraten. An der Sitzung haben auch Iryna Shum, Generalkonsulin der Ukraine, und Jakub Wawrzyniak, Generalkonsul Polens, teilgenommen.

„Die Folgen von Putins Krieg werden wir auch in Leverkusen spüren. Das wurde bei der Sondersitzung der Fraktion deutlich“, sagt Lux. Generalkonsulin Shum habe geschildert, wie dramatisch die Situation der Menschen in der Ukraine sei. Der Wille zum Widerstand in der Bevölkerung sei immens.