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Avea Leverkusen entsorgt bisher 4500 Tonnen Müll

Avea entsorgt bisher 4500 Tonnen Müll : Nach dem Wasser kommt die Insektenflut

Ein Bienenvolk macht sich über entsorgten Honig in Schlebusch her, Schmeißfliegen sich im Hochwasser-Sperrmüll breit. Bisher sind 4500 Tonnen Müll abgefahren worden.

Der Zweibeiner äußert beim Anblick ein angeekeltes „Pfui-bah“, die Schmeißfliegenfraktion, könnte sie denn sprechen, wohl eher ein erfreutes „Mahlzeit“: Die durchfeuchteten Sperrmüllberge in Opladen und Schlebusch nach der Hochwasser-Katastrophe fordern seit mehr als einer Woche Nervenstärke und ungeheure Einsatzbereitschaft von den Entsorgern. Mitunter eben auch das Einläuten von Rettungsaktionen für geflügelte Nutznießer der Katastrophe. So lockte nahe St. Andreas in Schlebuschs Fußgängerzone der süße Inhalt eines im Sperrmüll abgestellten Eimers, es war Honig, Bienen an. Avea-Mitarbeitern fielen die Summsemänner und -frauen auf. Sie zogen einen örtlichen Imker hinzu, der die Bienen wieder einsammelte. „Wir haben auf unseren Touren an den Sperrmüllstellen auch Schmeißfliegen beoachtet. An diesen Orten fahren wir dann zügig ab, damit sich die Ansammlung nicht noch ausweitet oder womöglich andere Tiere angelockt werden“, berichtet Simone Wichard von der Avea.

Derzeit sind Mitarbeiter des Entsorgers jeden Abend in den Hochwassergebieten unterwegs, fahren Straßen ab, um zu sehen, wo am nächsten Tag weiterer Sperrmüll entsorgt werden muss. „Oft wird auch etwas Neues rausgestellt, weil die Keller in Mehrfamilienhäusern groß sind oder irgendwo noch Wasser nachgelaufen ist“, sagt Wichard.

 Viele externe Unternehmen halfen der Avea bei der Abfuhr und beim Zwischenlagern des Hochwasser-Mülls; hier am Müllheizkraftwerk.
Viele externe Unternehmen halfen der Avea bei der Abfuhr und beim Zwischenlagern des Hochwasser-Mülls; hier am Müllheizkraftwerk. Foto: Avea
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Dann nennt sie eine unfassbare Zahl: „20.000 Kubikmeter Hochwassersperrmüll in Leverkusen ist beseitigt.“ Stand Freitagabend. Umgerechnet sind das 4500 Tonnen. Und es wird noch mehr werden. Immer noch spüren die Avea-Mitarbeiter auf besagten Besichtigungsrunden ja weiteren Sperrmüll auf. Teils, wie an der Düsseldorfer Straße am Montag, ist er zu deutlichen Türmen gestapelt. „Das Nacharbeiten wird mindestens noch diese Woche in Anspruch nehmen. Ein Ende ist noch nicht klar abzusehen“, ergänzt die Sprecherin.

Und es wäre möglicherweise in noch weiterer Ferne, wären nicht externe Helfer zur Unterstützung von Avea und Reloga vor Ort gewesen. Teils ist die externe Hilfe auch noch da. „Die MAV Krefeld unterstützt die Aufräumarbeiten mit einem Bagger-Einsatz am LRG-Zwischenlager und stellt hierzu ihren Bagger samt Mitarbeiter zur Verfügung“, ergänzt die Avea-Mitarbeiterin. „Die LRG Recycling ist eine Beteiligungsfirma der Reloga.“

Und auch die Currenta ist noch involviert. Auf der Deponie am Entsorgungszentrum in Bürrig sind seit Mitte vergangener Woche rund 260 Tonnen an Schlämmen aus dem Leverkusener Stadtgebiet abgelagert worden, berichtet der Chempark-Betreiber auf Anfrage. Wie viel noch kommt? „Die Menge an weiteren Schlämmen ist im Moment noch nicht absehbar. Wir rechnen aber damit, dass weiterhin Bedarf besteht. Bei Currenta sind Kapazitäten für die Übernahme weiterer Mengen an Schlämmen vorhanden, die wir auch gerne bereitstellen“, sagt Sprecher Mathias Scheithauer.

 Auch in einer Halle ist ein Müll-Zwischenlager entstanden. Die bisher gesammelten 4500 Tonnen sind noch nicht alles an Flut-Unrat.
Auch in einer Halle ist ein Müll-Zwischenlager entstanden. Die bisher gesammelten 4500 Tonnen sind noch nicht alles an Flut-Unrat. Foto: Uwe Miserius

Und auch Sperrmüll ist bereits am Entsorgungszentrum eingetroffen. Zur Zwischenlagerung. Scheithauer nennt rund 500 Kubikmeter, das entspricht ungefähr 125 Tonnen. Verbrannt wird der Unrat nach jetzigem Stand aber nicht in der Verbrennungsanlage der Currenta in Bürrig. Er wird später zur Avea ins Eisholz transportiert. „Dort erfolgt eine Vor­zerkleinerung und anschließend die Entsorgung in der dortigen Hausmüllverbrennungsanlage“, erläutert Scheithauer.

 Von fleißigen Helfern zurück zu emsigen Bienen und Co. im Müll. Die Avea bittet Bürger, Sichtungen von Tieren der Avea zu melden. Und: „Die Anwohner der geräumten Gebiete werden gebeten, weitere Hochwasserabfallmengen zu melden, damit ein Container gestellt oder eine Sonderabfuhr initiiert werden kann.“