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Avea: Brüger entsorgen ihren Grünschnitt in Leverkusen illegal

Ärger um Entsorgung : Grünschnitt sorgt für säckeweise wilden Müll

Nachdem die Avea wegen der Infektionsgefahr die mobilen Gartenabfall-Sammlungen eingestellt hat, stapeln sich Schnittreste.

Von Dorian Audersch

Der Frühling naht in großen Schritten, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, die Pflanzenwelt blüht auf. Die Folge ist ein stetig steigendes Aufkommen von Grünschnitt und Gartenabfällen, das entsorgt werden will. Dafür zuständig ist der städtische Entsorger Avea, doch das Unternehmen hat die mobile Grünschnittsammlung über die bekannten Container wegen der Corona-Zwangspause vorläufig eingestellt. Trotzdem stellen viele ihren botanischen Abfall in Säcken verpackt an die einschlägig bekannten Stellen, zum Beispiel am Friesenweg in Opladen oder in Quettingen an der Kolberger Straße.

„Es mehrt sich, dass wilder Müll produziert und außerhalb der Containerzeiten vor Ort abgestellt wird“, sagt Anika Hagt, Bereichsleiterin für Abfallwirtschaft und Logistik bei der Avea. Zwar hole der Entsorger die Säcke „von Zeit zu Zeit“, ab, doch es sei illegal, den Grünschnitt wild zu entsorgen. „Es gibt keine offiziellen Abholzeiten“, betont Hagt. „Das Ordnungsamt kontrolliert die Stellen, und wenn wir Verursacher ermitteln können, droht ein Ordnungsgeld.“

Aufgrund der städtischen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, die vorerst bis zum 19. April gelten, hat die Avea neben der Möglichkeit zur privaten Anlieferung von Abfällen – etwa im Wertstoffzentrum – auch die mobilen Grünschnittsammlungen im Stadtgebiet eingestellt. Das sorgt nicht überall für Verständnis. „Da bei der Anlieferung und Abgabe von Stoffen so gut wie keine Körperkontakte mit den Mitarbeitern entstehen, scheint mir die Schließung dieser Einrichtung vorschnell und unüberlegt zu sein“, beklagt etwa Hans-Erich Hofmann. Dass Bürger angehalten würden ihre Grünschnitte einzulagern, halte er für „wenig sinnvoll“, die Einstellung des Services „vorschnell und kontraproduktiv“. Der ehemalige SPD-Politiker aus Opladen hat die Stadtverwaltung daher gebeten, die Situation zu prüfen und „den tatsächlichen Verhältnissen anzupassen“.

Das Aufkommen von Grünschnitt in Leverkusen ist hoch. 2019 sammelte die Avea knapp 1800 Tonnen allein über die mobilen Container ein. „Wir verstehen, dass momentan viel Grünschnitt anfällt“, sagt Hagt. „Die Leute sind zu Hause, haben Zeit und machen ihren Garten frisch.“ Dennoch sei die Zwangspause mit Blick auf die städtische Verordnung zu Schutz vor Neuinfektionen alternativlos. „Wir haben das Wertstoffzentrum geschlossen, weil es sehr stark frequentiert ist“, erläutert die Bereichsleiterin. Rund 1400 Anlieferungen pro Tag sind demnach keine Seltenheit. „Viele kommen gleichzeitig und zu zweit. Das führt zwangsläufig zu größeren Menschenansammlungen, die dem Infektionsschutz widersprechen. Wir müssen aber Bürger und unsere Mitarbeiter gleichermaßen schützen, um die Daseinsvorsorge insgesamt zu sichern.“

Bei den mobilen Sammelstellen für Grünschnitt sei es ähnlich. „Wir haben überlegt, ob wir mit Sicherheitslinien und Drängelgittern arbeiten können, um einen Mindestabstand von zwei Metern von Person zu Person zu gewährleisten, aber manche Standorte sind sehr beengt – zum Beispiel in Steinbüchel. Hinzu kommt, dass das Straßennetz übermäßig belastet wird und sich Rückstaus bilden würden.“ All das habe nach Abwägung dazu geführt, den Service vorerst einzustellen.

 Für den erwartbaren Anstieg bei Verpackungsmüll hat sich die Avea etwas einfallen lassen: „Große Kartonagen sammeln wir nach Anmeldung über den Sperrmüll ein.“ Für den Grünschnitt gebe es derzeit nur eine legale Lösung: einen privaten Container bestellen.