Ausstellung zum Ende des Ersten Weltkriegs in Leverkusen

Internationales Projekt : Europäischer Blick auf den Krieg

Am Sonntag schließt die Ausstellung zum Weltkriegsende. Gäste aus Partnerstädten. 

Heute vor 100 Jahren war mächtig viel los in der damals neu gegründeten Weimarer Republik. Nachdem im Januar wenige Tage zuvor die Wahlen zur Nationalversammlung anstanden und der Spartakusaufstand zahlreichen Menschen, darunter Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, das Leben gekostet hatte, bestimmte ab Februar eine provisorischen Reichsregierung das Geschehen. Nach dem verlorenen Krieg stand das Deutsche Volk vor einem Scherbenhaufen. Oder war es die Chance für einen Neuanfang?

Wie das Ende des 1. Weltkrieges auch in Leverkusen damals wahrgenommen wurde, das zeigte in den vergangenen Wochen die Ausstellung „Kriegsenden in europäischen Heimaten“ des Opladener Geschichtsvereins (OGV) in der Villa Römer. Offiziell endet die Ausstellung am Sonntag mit einer Finissage. „Man kann schon sagen, dass es die beste Ausstellung war, die wir je hatten“, lautet das Fazit von Michael Gutbier, OGV-Vorsitzender. Schätzungsweise 1500 Personen hätten die Ausstellung besucht und besonders die vielen Rückmeldungen und Gespräche zeigten, wie positiv diese Schau aufgenommen wurde.

Die dokumentiert nicht nur das Ende des Krieges in Leverkusen, sondern auch aus dem Blick der Partnerstädte wie etwa Bracknell, Ljubljana und Villeneuve d‘ascq, also aus der Perspektive Englands, Frankreichs, Sloweniens. An diesem Wochenende ist eine Delegation von rund 50 Besuchern aus diesen Ländern in Leverkusen zu Gast, um einen gelungenen Abschluss zu feiern. Neben kulturellen Veranstaltungen, wie das Konzert „Musik im Spiegel des Ersten Weltkriegs“ am heutigen Samstag um 15.30 Uhr in der evangelischen Bielertkirche in Opladen, erwartet Professor Wolfgang Hasberg beim „Jugendworkshop“ neue Impulse. „Die Schüler aus den Partnerstädten sehen die Geschichte ja aus einem anderen Blickwinkel. Und all diese verschiedenen Perspektiven zusammenzubringen, die Erinnerungskultur aufleben zu lassen, darauf freue ich mich sehr“. Hasberg reizt es dabei auszuloten, wie Geschichtsbilder gemeinsam geschaffen werden können.

Die Ergebnisse sollen noch am selben Abend vorgestellt werden, ehe am morgigen Sonntag das Projekt mit der Finissage und der Veröffentlichung des neuen Buches „Kriegsenden“ endet. Es umfasst 640 Seiten voller Geschichte rund um den Abschluss des Ersten Weltkriegs aus mehreren Perspektiven. Es zeigt, wie sich das Leben von Frauen und Kindern im Krieg verändert hat, wie Verwaltung und Wirtschaft die Herausforderungen des Waffengangs bewältigten und wie Kirchen und Publizistik diese Veränderungen begleiteten.

Das Geschichtswerk ist beim OGV oder im örtlichen Buchhandel für 29,80 Euro erhältlich.
Weitere Infos: www.ogv-leverkusen.de

Mehr von RP ONLINE