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Ausstellung "Randerscheinungen" im Künstlerbunker in Leverkusen

Ausstellung : „Randerscheinungen“ im Künstlerbunker

Trotz Wasserschaden im Erdgeschoss ist am Sonntag Tag der offenen Ateliers im Künstlerbunker

Ob Christine Kamps wohl eine Vision hatte, als sie den Beitrag zur Gemeinschaftsausstellung „Randerscheinungen“ schuf? Jedenfalls taugt die kleine Skulptur die aus Beton und einer Spielzeug-Baustellenabtrennung nun als Titelbild der Schau. Die Galerie ist derzeit tatsächlich Baustelle und wegen Wasserschadens geschlossen bis die alten Rohrleitungen erneuert sind.

Die Künstler-Gemeinschaft entschied, die Präsentation auf Sonntag, 8. März, den „Tag der offenen Ateliers“ (11.30-17 Uhr) zu verkürzen. Besucher bekommen Fitnesstraining gratis, denn nun sind die Exponate auf alle Etagen verteilt, in der Arbeitssituation und neben älteren Werken. Das Motto wurde in unterschiedlichen Techniken und Lesarten bearbeitet. Rolf Wetter kam es entgegen, weil ihn schon immer Randerscheinungen interessierten, aus denen er seine Assemblagen, Skulpturen und Installationen zusammengesetzte. Wetter hebt auf, was andere entsorgen, kombiniert es mit anderen vernachlässigten Dingen und Zeichnung zu neuen Bildern. Harry Plein fragt geradezu philosophisch: Wie definiert sich ein Loch? Nur über den Rand, sonst wäre es nicht sichtbar. Neben Radierungen wollte er bei dieser Schau etwas Spaß haben. Dekorative Tortenspitzen sind für ihn klassische Randerscheinungen auf der Kuchenplatte. Die hat er türkis eingefärbt und im Rahmen zur Kunst erhoben.

Friedel Engstenberg zeigt in seinem Atelier, dessen Boden Zeichen harter Metallbearbeitung trägt, neben diversen Skulpturen seine Auseinandersetzung mit dem Krieg. Ein Thema, das in den Blei-Arbeiten seines Gastes Jürgen Dehniger allgegenwärtig ist. Jo Seibt hat den Begriff zerlegt in Rand und Erscheinung, um dazu fotografisch zu arbeiten. Und durch Faltungen hat er 3D-Fotos geschaffen, die  – wie im Agam-Saal  – unterschiedliche Bilder aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Er hat Jutta Schmücking einen Platz eingeräumt, die auf die Fantasie der Betrachter zielt, indem sie ein kleines Dreieck am Rand eines abstrakte, hellblauen Bildes erscheinen ließ, wie der Bug eines einfahrenden Schiffes. Außerdem hat sie aus den Spuren, die verschiedene Bilder auf ihrer Arbeitsunterlage hinterließen, eine neue, eigenständige Arbeit gemacht. Helmi Schwarz-Seibt hatte einen ähnlichen Gedanken, als sie die Schnittkerben in schwarzen Unterlagen nutzte, um mit Fäden und Flusen darauf zuarbeiten.

Zu sehen sind zudem Arbeiten von Lutz Diese, Helmut Hungerberg, Peter Kaczmarek, Anna Matzek, Katharina Meierjohann, Britta Reinhardt, Lüder Seedorf und Christiof Lungwitz.