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Ausstellung der Diakonie in Leverkusen

Ausstellung der Diakonie : Vorliebe für starke Farben und einen kräftigen Strich

Das Diakonische Werk zeigt Bilder, die in der Lebenshilfewerkstatt gemalt wurden. Es überwiegen fröhliche und sonnige Nuancen.

Normalerweise werden hier Einladungen ausgesprochen, wenn neue Projekte vorgestellt oder Gebäude ihrer Bestimmung übergeben werden. Eine Kunstausstellung beim Diakonischen Werk Leverkusen eröffnete Leiter Hans Höroldt am Montag zum ersten Mal. Für einige Wochen sind in Büros und auf den Fluren in der Wiesdorfer Niederlassung an der Pfarrer Schmitz-Straße Bilder zu sehen, die von Menschen mit Behinderung während ihrer Freizeit in der Quettinger Werkstatt der Lebenshilfe gemalt worden sind.

Er hatte die Auswahl zwischen Papier oder Leinwand, erzählte Olaf Brücker vor seinem großformatigen Gemälde. Er hat sich für die Leinwand entschieden und kann auch begründen warum. „Das macht viel mehr Spaß, weil die Farben besser herauskommen.“ Tatsächlich ist seine Vorliebe für starke Farben und einen kräftigen, breiten Pinselstrich deutlich zu erkennen. Ihn hat vor allem die Farbwirkung interessiert, nicht die Wiedergabe von Gegenständen, Personen oder Landschaften. So entstand, wie auch bei den 19 anderen Teilnehmern der Malgruppe, ein abstraktes Bild. Dennoch mag man eine Landschaft oder bestimmte Einzelheiten darin erkennen, wenn man sich hineinvertieft.

Diese Kunstwerke zeichnen sich durch ihre extreme Individualität und Eigenständigkeit aus. Weil sie nicht von kunsthistorischen Vorbildern beeinflusst sind, beeindrucken ihre Werke vor allem durch große Authentizität und Originalität. Die 450 Beschäftigten in den beiden Leverkusener Lebenshilfewerkstätten haben die Möglichkeit, an unterschiedlichen arbeitsbegleitenden Maßnahmen teilzunehmen, erklärt Leiter Alexander Marasch. Wer nicht malen möchte, der hat die Auswahl zwischen einer ganzen Reihe von anderen Tätigkeiten zur Entspannung und Anregung der Kreativität wie zum Beispiel Singen, Tanzen, Gymnastik, Yoga, Lese-, Schreib- oder Computerkurse.

Beim „Kreativprojekt“, in dessen Rahmen nicht nur Bilder sondern auch ausladende Skulpturen entstanden sind, stand am Anfang nur eine Einführung in die Farbenlehre, sagte Angelika Nürnberg, Werkstattleiterin Technik, bei der Ausstellungs-Eröffnung beim Diakonischen Werk. Dann durften alle Material und Formate selbst wählen. Manche beschränkten sich auf kleine Keilrahmen, so wie Birgit Neumann, andere beanspruchen mit ihren Bildern eine ganze Wand.

„Wenn die Bilder ausdrücken, wie es im Inneren der Künstler aussieht“, meinte eine Besucherin der Vernssage, „dann geht es den Menschen in der Lebenshilfewerkstatt ganz offensichtlich gut.“ Tatsächlich überwiegen fröhliche und sonnige Nuancen.

Hans Höroldt sieht in dem Kunstprojekt eine Bereicherung in doppelter Weise. Zuerst natürlich für die Beschäftigten, die hier ihre Lust an kreativer Freizeitgestaltung entdecken und pflegen können. Und zweitens für die Mitarbeiter seiner Abteilung, deren Wände durch die Bilder deutlich gewonnen haben. Und wenn nun noch einige davon verkauft werden, dann ist auch die Fortführung der Kurse gesichert. Der Erlös soll nämlich direkt in die Finanzierung von Malprojekten fließen.