Leverkusen: Auschwitz-Überlebende erzählt Schülern ihr Schicksal

Leverkusen: Auschwitz-Überlebende erzählt Schülern ihr Schicksal

Eva Umlauf beeindruckte im Lucas-Gymnasium.

Voll besetzt war die Aula des Landrat-Lucas-Gymnasiums mit Schülern der Stufe 9 und der Q 2, als Eva Umlauf aus ihrem Leben erzählte und aus ihren Erinnerungen vorlas. Die inzwischen 75-Jährige war drei Jahre alt, als die Rote Armee das Lager Auschwitz befreite. Geboren wurde sie in einem slowakischen Durchgangslager und kam mit einem der letzten Züge nach Auschwitz. Im Angesicht der vorrückenden Roten Armee waren die Vergasungen dort bereits eingestellt worden. Gegen alle Erwartungen überlebte das Kleinkind die Zeit im Lager, gemeinsam mit ihrer Mutter, die in Auschwitz ein weiteres Kind zur Welt brachte - auch die kleine Schwester von Dr. Umlauf überlebte. Ihr Vater wurde in Auschwitz ermordet. Eindrücklich schilderte sie in ihrem Memoiren "Die Nummer auf deinem Unterarm ist so blau wie deine Augen", wie sie ohnmächtig wurde, als die Nadel des Tätowierers ihre Haut berührte.

In ihrem Vortrag erzählte Eva Umlauf auch von ihrem Leben nach dem Krieg: Das Leben in der slowakischen Kleinstadt, in die sie zurückkehrte, war geprägt von der sozialistischen Diktatur ("Wir kamen von der braunen in die rote Diktatur") und wieso sie nach Deutschland übersiedelte - ins Land der Täter ("wegen der Liebe").

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Die jugendlichen Zuhörer waren sichtlich beeindruckt von der Lebensgeschichte der Besucherin und spendeten oft langanhaltenden Applaus. In der anschließenden Fragerunde kreisten die Fragen nach ihren Gefühlen bezüglich der Täter, ihr Weg in den Neuanfang und ihre Haltung zu heutigen antisemitischen und rechtspopulistischen Tendenzen: "Diesen müssen wir entgegentreten, und deswegen bin ich hier und erzähle meine Geschichte."

(RP)